Ärger über Hundekot in öffentlichen Anlagen in Mainz

Wenn Hunde auf Gehwegen oder in Parks ihren Haufen hinterlassen, regen sich viele auf. Doch ist das auch in Mainz ein Problem und was droht den Hundehaltern, wenn sie nicht die Notdurft ihrer Tiere beseitigen?

Ärger über Hundekot in öffentlichen Anlagen in Mainz

Katharina ist genervt – und zwar von Hunde-Kot in öffentlichen Parks. „Es ist aktuell so schlimm. Alle Parks in Mainz sind vollgekackt und keiner unternimmt etwas. Es wird einfach geduldet. Es ist so einfach, in den Wald oder ins Feld zu gehen mit seinem Hund, aber wenn man Parks besucht, muss man es doch sauber machen danach.“

Gerade zu Pandemiezeiten, wo man draußen Sport machen müsse, sollte man doch Rücksicht darauf nehmen, meint Katharina. Parks seien nicht für Hunde alleine, sondern für Kinder und alle Menschen da.

Unter den anderen Merkurist-Lesern entbrennt sofort eine Diskussion rund um das Thema. Viele sehen die Situation ähnlich wie Katharina:

Und Alfons kommentiert, dass es das Problem nicht nur in den Parks gebe, sondern auch sehr viele Bürgersteige, gerade in Mombach, betroffen seien. „Es sind die Ignoranten, die die Hunde dazu erziehen. Hier sollten die Strafen drastisch erhöht werden.“ Differenziert beurteilt ein anderer Leser das Thema: „Dass es schon schwarze Schafe unter den Hundehaltern gibt, ist unbestritten. Dadurch resultiert zwangsläufig eine negative Meinung in der Öffentlichkeit.“ Und auch die Hundehalter selbst melden sich in der Diskussion zu Wort:

Diese Strafen drohen Hundehaltern

Doch wie ist nun die rechtliche Situation, inwieweit sind Hundebesitzer für ihre Tiere verantwortlich? Wie der Mainzer Rechtsanwalt Andreas Ackenheil (Buch: „Der große Tierrechtsratgeber“) schon einmal gegenüber Merkurist erklärte, hätten die Hundebesitzer die Pflicht, die Hinterlassenschaften ihres Tiers zu beseitigen. Viele kommunale Satzungen sähen entsprechende Pflichten auf Straßen, öffentlichen Flächen wie Parks, Sportflächen und Kinderspielplätzen vor, die bei Nichtbeachtung mit Bußgeldern teilweise im bis zu vierstelligen Eurobereich geahndet werden könnten.

In Mainz scheint es aber zumindest eher weniger Probleme mit Hundehaltern zu geben, die ihre Tiere einfach in Parks und auf Gehwege koten lassen, ohne den Haufen dann wegzumachen. Zumindest verzeichnete das Ordnungsamt kaum Meldungen, wonach mehr kontrolliert werden sollte. Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr sagt, seien in den Jahren 2020 bis 2022 lediglich vier Beschwerden über zurückgelassenen Hundekot im öffentlichen Raum eingegangen. Zudem seien in den letzten Jahren auch keine Strafen gegen Hundebesitzer in diesem Zusammenhang ausgesprochen worden.

Doch wer ist dann letztlich für die Beseitigung der tierischen Hinterlassenschaften verantwortlich, wenn das Häufchen beispielsweise auf einem Gehweg vom Hundehalter nicht entfernt wurde? Wie Rechtsanwalt Andreas Ackenheil erklärt, obliege die Straßenreinigungspflicht grundsätzlich der Gemeinde, daher sei sie für die Beseitigung auf öffentlichen Wegen zuständig.

So werden die Ausscheidungen von Hunden in Mainz dann auch vom Entsorgungsbetrieb der Stadt entfernt. „Hundekot wird im Rahmen der satzungsgemäßen Straßenreinigung beseitigt und stellt keinen gesonderten Aufwand dar“, teilt die Stadt mit. Eine Statistik, wie viel Geld die Stadt pro Jahr für diese Beseitigung ausgibt, gebe es somit nicht. Wenn der Hundehalter allerdings ermittelt werden kann, dann wird dieser zur Kasse gebeten. Aktuell werden „ein Verwarnungsgeld in Höhe von 25 Euro für Hundekotverunreinigungen auf Straßen, Wegen und Grünanlagen sowie ein Verwarnungsgeld von 55 Euro auf Spielplätzen“ fällig, erklärt Stadtsprecher Peterhanwahr.

Eine Statistik, wie viele Tonnen Kot und Urin die Mainzer Hunde pro Jahr produzieren, gibt es nicht. Einen grundlegenden Einblick über die „Ökobilanz“ eines mittelgroßen Hundes gibt dafür das Wissensmagazin „Scinexx“. Demnach produziert ein Hund in seinem Leben eine Tonne Kot, 2000 Liter Urin und 8,2 Tonnen Kohlendioxid. Damit erzeuge der „beste Freund“ des Menschen bis zu seinem Tod „ähnlich viele Treibhausgase wie 72.800 mit dem Auto gefahrene Kilometer“, so das Wissensmagazin.

Logo