Brennpunkt „Euro Palace“

Immer wieder kommt es rund um das „Euro Palace“ in der Peter-Sander-Straße in Kastel zu Straftaten. Warum ist das so? Das sagt die Wiesbadener Polizei.

Brennpunkt „Euro Palace“

Wer die Meldungen der Wiesbadener Polizei aufmerksam durchliest, stößt immer wieder auf einen bestimmten Ort: Peter-Sander-Straße. Die befindet sich in Mainz-Kastel und ist vor allem wegen der Großraumdisko „Euro Palace“ bekannt. Zuletzt meldete die Wiesbadener Polizei, dass sie wegen eines Sexualdelikts nach dem Tatverdächtigen fahndet. Drei Tage vorher hieß es: „Zwei Verletzte bei Auseinandersetzung in Diskothek“ (wir berichteten). Ist die Disko in Kastel ein Brennpunkt? Kommt es hier unverhältnismäßig oft zu Straftaten?

Diese Fragen sind für die Wiesbadener Polizei gar nicht so leicht zu beantworten. Denn: Das „Euro Palace“ ist die einzige Großraumdisko in Wiesbaden, einen direkten Vergleich gibt es also nicht. „Eine Beantwortung dieser Frage ist nicht möglich, da uns keine Vergleichszahlen anderer Großraumdiskotheken vorliegen“, so Markus Hoffmann, der Sprecher der Wiesbadener Polizei.

„Euro Palace“ ein Brennpunkt?

Absolute Zahlen kann der Sprecher jedoch nennen: „Gemäß der polizeilichen Kriminalstatistik wurden im Jahr 2018 im Bereich der Peter-Sander-Straße 101 Straftaten registriert.“ Dabei handele es sich überwiegend um Körperverletzungs- und Beleidigungsdelikte, um Sachbeschädigungen, Bedrohungen sowie Eigentumsdelikte wie Einbrüche. Für das Jahr 2019 kann Hoffmann noch keine Zahlen nennen, da sich die Verfahren teilweise noch in Bearbeitung befänden. „Tendenziell ist aber etwa von der gleichen Anzahl von Straftaten in diesem Jahr auszugehen.“

Ob die Gegend rund um das „Euro Palace“ ein Brennpunkt ist, könne er nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. „Die Diskothek liegt im Gewerbegebiet Petersweg. Dort kommt es regelmäßig zu den üblichen Straftaten, welche im Zusammenhang mit einem solchen Gebiet stehen“, so Hoffmann. Dazu gehörten auch Betrugsdelikte rund um den Warenlieferverkehr, Sachbeschädigungen, Diebstahlsdelikte und Einbrüche.

Alkohol und aggressive Musik

Straftaten, die in direktem Zusammenhang mit dem Diskobetrieb stehen, häuften sich lediglich Freitag- und Samstagabend. „Hierbei handelt es sich überwiegend um einfache Diebstahls- und Körperverletzungsdelikte in unterschiedlicher Intensität sowie Bedrohungen und Beleidigungen“, so der Sprecher. Die Taten gingen regelmäßig mit erheblichem Alkoholkonsum und aggressivem Verhalten der Beteiligten einher. „Meist beginnen die Auseinandersetzung schon im Inneren der Diskothek und setzen sich dann auf dem Parkplatz fort.“ Alkoholkonsum und aggressive Musik könnten vorhandene Grundstimmungen verstärken.

Aber: „Den Begriff ‘Brennpunkt’ würden wir im Zusammenhang mit der Diskothek jedoch nicht unbedingt verwenden.“ Auch wenn die Polizei im Vergleich zum übrigen Zuständigkeitsbereich deutlich öfter einschreiten muss. Hoffmann sagt: „Dies ist jedoch sicherlich auch dem hohen Publikumsaufkommen an den Öffnungstagen zuzuschreiben.“

Eine Anfrage an das „Euro Palace“ blieb bislang unbeantwortet. (df)

Logo