Ärger über „nicht zuverlässig“ ausgelieferte Pakete in Mainz

Wann kommt den nun endlich mein Paket an? Diese Frage stellte sich in letzter Zeit ein Leser, der offenbar unter anderem auch einmal wochenlang auf die Zustellung warten musste. Doch liegt das etwa an Problemen im DHL-Zentrum Saulheim?

Ärger über „nicht zuverlässig“ ausgelieferte Pakete in Mainz

Rund fünf Millionen Pakete liefert die Deutsche Post DHL Group laut Eigenauskunft pro Tag in Deutschland aus. Dabei scheint aber nicht immer alles glatt zu laufen. Wie nun ein Leser aus der Mainzer Neustadt berichtet, muss er mitunter Wochen auf seine Pakte warten, was für ihn teils auch unangenehme Folgen haben kann. „Ich bin gehbehindert, gesundheitlich nicht mehr so fit und bekomme regelmäßig Sendungen mit medizinischem Material per DHL. Diese werden aber einfach nicht zuverlässig vom Zusteller ausgeliefert.“ Nach mehreren Beschwerden bei DHL sei der Service bisher aber nicht besser geworden, sondern noch schlechter, so der Leser. Von Kundenfreundlichkeit können also keine Rede sein.

Leser Stefan meint, dass hierfür „Lieferschwierigkeiten beim DHL-Verteilzentrum in Saulheim“ verantwortlichen sein könnten. Doch kann das der Fall sein?

Corona könnte Zustellverzögerungen auslösen

Dieser Einschätzung von Leser Stefan widerspricht Stefan Heß von der Deutschen Post DHL Group deutlich: „Es gibt keine Lieferschwierigkeiten im Paketzentrum Saulheim. Im Gegenteil: In unserem Paketzentrum in Saulheim bearbeiten wir jeden Werktag schnell und zuverlässig bis zu 530.000 Sendungen.“ Momentan, vor Weihnachten, arbeite man dort sogar in drei Schichten (normal nur in zwei Schichten), und der Betrieb in Saulheim sei sehr stabil.

Doch: Obwohl sich die Situation in der letzten Woche entspannt hat, könne es aufgrund der sehr dynamischen Corona-Entwicklung allerdings in einigen Zustellbezirken in Mainz und Rheinhessen zu personellen Engpässen und dadurch zu Verzögerungen bei der Zustellung kommen, erklärt Heß. „Wir dürfen unseren Kund:innen aber auf jeden Fall versichern, dass wir betrieblich alles dafür tun, um auch in diesen besonders herausfordernden Pandemie-Zeiten die Funktion und Arbeitsfähigkeit unserer postalischen Netze aufrecht zu erhalten und etwaige Verzögerungen auf ein Minimum zu begrenzen.“

Neue Mitarbeiter für Mainz

Wie Heß sagt, habe man bereits in den zurückliegenden Wochen neue Mitarbeiter eingestellt und stelle zudem weitere zusätzliche Mitarbeiter, auch in Mainz und Umgebung, ein, um die personelle Situation zu verbessern. Zu beachten sei dabei allerdings, dass neue Mitarbeiter zunächst einer sorgfältigen Einarbeitung bedürfen, bevor sie tatsächlich eingesetzt werden und für eine Entlastung der Stammbelegschaften sorgen können, so Heß.

Doch der gehbehinderte Merkurist-Leser aus der Neustadt sieht das Problem indes nicht unbedingt bei zu wenigen Mitarbeitern. Er glaubt, dass die Mitarbeiter die Pakete oft „spazieren fahren anstatt sie zuverlässig zuzustellen“. Spart sich der Auslieferer etwa zu klingeln und wirft stattdessen gleich eine Abholbenachrichtigung ein, wie viele meinen?

Dazu sagt Stefan Heß von der Deutschen Post DHL Group: „Da eine Benachrichtigung von Sendungen für unsere Zusteller:innen stets Mehrarbeit bedeutet und keinesfalls, wie offenbar vermutet, eine Zeitersparnis ist, macht das beschriebene Prozedere betrieblich keinen Sinn und ist daher sehr unwahrscheinlich.“

Sollte es trotzdem solche Verdachtsfälle geben, dann könnten sich Kunden an den Kundenservice wenden (0228 / 4 333 112). DHL gehe jedem diesbezüglichen Hinweis nach, da man stets an einer gut funktionierenden Zustellung der Sendungen interessiert sei, sagt Heß abschließend.

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