Landwirte in Mainz klagen immer wieder über massive Diebstähle von Obst und sogar Weinrebenblättern direkt von ihren Feldern. Eine Anfrage der ÖDP-Stadtratsfraktion sollte klären, was die Stadt dagegen unternimmt. Die Antwort der Verwaltung, die für die kommende Stadtratssitzung am 17. Juni vorliegt, dürfte den Landwirten jedoch so gar nicht schmecken.
Wie die ÖDP-Fraktion in ihrer Anfrage vom 31. Mai mitteilt, habe sich die Lage bei den Obstdiebstählen in der Mainzer Gemarkung trotz früherer Maßnahmen nicht verbessert. Die Landwirte würden weiterhin über eine große Anzahl von Diebstählen klagen. Der städtische Feldschutz habe zwar mehr Personal bekommen, sei aber offenbar immer noch nicht schlagkräftig genug und habe zu wenig Kompetenzen.
Als aktuelles Beispiel nennt die Fraktion einen Vorfall vom selben Tag, bei dem Landwirte eine Person stellten, die mehrere Tüten Weinrebenblätter abgepflückt hatte. Die Diebin oder der Dieb wurde anschließend der Polizei übergeben. Für die ÖDP ein klares Zeichen, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen.
Stadt: „Keine Angelegenheit der Gemeinde“
Die Fraktion um ihren Vorsitzenden Dr. Claudius Moseler wollte daher von der Stadt wissen, welche neuen Konzepte es gegen die Diebstähle gibt, ob weiteres Personal für den Feldschutz geplant ist und wie die Zusammenarbeit mit der Polizei verbessert werden kann. Die Antwort des Beigeordneten Karsten Lange (CDU) im Namen der Stadtverwaltung fällt knapp aus. Darin wird bestätigt, dass die Feldschutz-Dienstgruppe aktuell aus zehn Mitarbeitern besteht. Damit seien jedoch alle Stelle besetzt.
Zu den entscheidenden Fragen nach Konzepten gegen den Diebstahl und der Kooperation mit der Polizei verweist die Verwaltung jedoch auf eine andere Stelle. Die vorbeugende Bekämpfung und Verfolgung von Straftaten sei keine Angelegenheit der Gemeinde, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Entsprechende Informationen müsse die ÖDP direkt beim Polizeipräsidium Mainz erfragen. Der städtische Feldschutz sei zwar insbesondere zur Erntezeit für das Problem sensibilisiert, eine umfassende Strategie zur Eindämmung der Diebstähle legt die Stadt damit aber nicht vor.