Hollywood-Regisseur stellte den Mainzer Rosenmontagsumzug nach

Die Stadt Mainz war oft Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen. 1960 wurde für einen Film sogar der Rosenmontagsumzug nachgestellt. Merkurist nimmt euch mit zu den originalen Schauplätzen des Films „Die Fastnachtsbeichte“.

Hollywood-Regisseur stellte den Mainzer Rosenmontagsumzug nach

1960 drehte ein echter Hollywood-Regisseur in Mainz: William (Wilhelm) Dieterle. 1938 wurde Dieterles Film „Das Leben des Emile Zola“ mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet. Mit „Die Fastnachtsbeichte“ verfilmte er eine 1959 erschienene Novelle des Schriftstellers Carl Zuckmayer. Die Geschichte spielt 1913 während der Mainzer Fastnacht. Ein junger Mann in Dragoneruniform wird während der Beichte im Dom ermordet. Die Suche nach dem Schuldigen führt durch den Fastnachtstrubel in der Mainzer Altstadt und betrifft die Familie des fiktiven Fastnachtsprinzen Adalbert Panezza (Hans Söhnker). Im Film zu sehen sind unter anderem Götz George als des Mordes beschuldigter Clemens Bäumler und seine Mutter, die Schauspielerin Berta Drews.

Das sind die Drehorte

Zu Beginn des Films geschieht der Mord an einem jungen Mann in einem der Beichtstühle im Dom. Der Tote stellt sich im Verlauf der Handlung als Ferdinand Bäumler (Rainer Brandt), unehelicher Sohn des Fastnachtsprinzen Panezza, heraus.

In in einem Etablissement in der Kappelhofgasse, dem damaligen Rotlichtviertel, wird Clemens Bäumler (Götz George) des Mordes an dem Toten aus dem Dom bezichtigt. Wie sich kurz darauf herausstellt, ist Clemens der Bruder des Ermordeten.

Szenen die eigentlich in der Kappelhofgasse spielen, wurden zum Großteil am Brunnen im Kirschgarten ein paar Straßen weiter gefilmt. Der Eingang des heutigen „Restaurant Bergschön“ wird im Film als Eingang zum Bordell „Kappelhof“ dargestellt.

Kurz nachdem der Mord entdeckt wird, marschiert im Film eine Garde bei Nacht durch die Domstraße zum Liebfrauenplatz. Folgt man heute dem Weg und überquert den Liebfrauenplatz in Richtung des heutigen Restaurant „Goldisch“ gelangt man zu einem weiteren Drehort.

Dort, in der Rotekopfgasse, befindet sich die ehemalige Weinstube „Specht“. Direkt daneben begibt sich Clemens gemeinsam mit der Prostituierten Rosa (Ursula Heyer) in ein weiteres Gasthaus.

Eine Gasse weiter, am ehemaligen „Brauhaus Roter Kopf“ in der Fischergasse, spielt die Szene in der die Brüder Clemens und Ferdinand Bäumler ihre Kleidung tauschten. Dieser Tausch führt dazu, dass zunächst Clemens für den Toten gehalten wird.

Die Szenen des Rosenmontagsumzuges in der Augustinergasse stammen von dem echten Umzug des Jahres 1960. Die Szenen, die den Zug in der Uferstraße zeigen, wurden extra für den Film nachgestellt.

An einem der Häuser der Uferstraße wurde die Balkonszene gedreht, in der ein Teil der Protagonisten des Films den Vorbeiziehenden zujubeln. Auf dem Balkon wird in Form eines Armbandes auch ein weiteres Indiz, das zur Aufklärung des Mordes führt, entdeckt.

Außer den bekannten Schauspielern sind im Film auch bekannte Fastnachter zu sehen. Dazu gehört Ernst Neger, der „Ja so was des gibt‘s nur in Meenz“ singt.

Wer die Drehorte in einer thematischen Führung zum Film besichtigen will, findet hier weitere Informationen zur Teilnahme. Die Führung wird von Franz Winkler geleitet, der 1960 bei den Dreharbeiten dabei war.

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