Mindestlohnerhöhung: Fast 20.000 Mainzer bekommen mehr Geld

Steigerung auf 12 Euro pro Stunde

Mindestlohnerhöhung: Fast 20.000 Mainzer bekommen mehr Geld

Ab dem 1. Oktober gelten höhere Mindestlöhne: Unternehmen müssen von nun an ihren Beschäftigten mindestens 12 Euro pro Stunde zahlen. Auch die Minijobber arbeiten jetzt nicht mehr für 450, sondern für 520 Euro pro Monat (wir berichteten).

Betroffen von der Mindestlohnerhöhung ist allein in Mainz jeder siebte Beschäftigte, teilt der Mainzer Stadtverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) nun mit. Damit beruft er sich auf eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Hier wurden die Daten von rund 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten ausgerechnet. „In Mainz kommt der höhere Mindestlohn 18.600 Beschäftigten zugute, die aktuell weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen“, so der Vorsitzende Alessandro Novellino. Das seien 14,2 Prozent aller Beschäftigten in Mainz, die nun grundsätzlich Anspruch hätten. „Der Mindestlohn wirkt.“

DGB fordert Kontrollen

Laut DGB helfe die neue Lohnuntergrenze vor allem Frauen und geringfügig Beschäftigten. Viele Arbeitgeber in Branchen wie dem Gastgewerbe, bei Lieferdiensten und im Einzelhandel würden oft keine angemessenen Löhne auszahlen. Auch in Betrieben ohne Tarifvertrag würden häufig Niedriglöhne ausbezahlt. „Der gesetzliche Mindestlohn ist auch ein Mittel gegen Lohndumping-Konkurrenz durch Unternehmen, die sich Tarifverträgen verweigern“, sagt Novellino.

Damit die neue Untergrenze auch eingehalten werde, fordert der DGB Kontrollen. „Viele machen sich aktuell ernsthafte Sorgen, was im Herbst und Winter auf sie zukommt“, so der Vorsitzende. So könne auch der neue Mindestlohn die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise nicht auffangen.

Hinweis:

In der Untersuchung sind Auszubildende, Praktikanten sowie Minderjährige ausgenommen. Grundlage waren das Sozio-oekonomische Panel (SOEP),die neuesten verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamts sowie der Bundesagentur für Arbeit.

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