Corona-Krise: Wie könnten Geisterspiel-Tage in der Bundesliga aussehen?

Seit Mitte März ruht der Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga. Doch wie könnte es nun weitergehen? Darüber beraten die Deutsche Fußball Liga und die Vereine am Donnerstag. Nun ist das Konzept einer DFL-Taskforce aufgetaucht.

Corona-Krise: Wie könnten Geisterspiel-Tage in der Bundesliga aussehen?

Nachdem am 11. März das vorerst letzte Spiel in der ersten Fußball-Bundesliga über die Bühne ging, wecken die Aussagen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Hoffnung bei vielen Fans. Ginge es nach den beiden Politikern, könnten ab dem 9. Mai wieder Spiele stattfinden - allerdings ohne Fans. Wie nun das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet, hat eine Taskforce der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereits ein Konzept für mögliche Geisterspiele in der ersten und zweiten Liga erarbeitet. Doch was sieht das 41 Seiten starke Papier, das auch Merkurist vorliegt, vor?

Vor, während und nach dem Spiel

Maximal dürfen sich laut dem Konzept 300 Personen zeitgleich auf dem gesamten Stadiongelände aufhalten. Es gibt drei Zonen: Innenraum, Tribüne und Außengelände. In diesen dürfen sich je 100 Personen zeitgleich befinden. Die Mannschaften sollen möglichst mit mehreren Bussen und zeitlich versetzt an- und abreisen, um die Distanz zwischen allen Beteiligten zu erhöhen. Bei Heimspielen ist auch eine An- und Abreise im eigenen Auto denkbar. Auch unterschiedliche Wege zu den Kabinen sowie der Einsatz von Mundschutz sind möglich. Eine Eingangskontrolle soll den Zugang von Spielern, Mitarbeitern und weiteren Zugangsberechtigten regeln. Dabei soll auch nach dem Gesundheitszustand gefragt und die Körpertemperatur gemessen werden.

Die Spieler sollen sich nacheinander und in großen räumlichen Abständen voneinander aufwärmen. Einlaufkinder und Maskottchen soll es vorerst nicht mehr geben, auch Team-Fotos, der obligatorische Handschlag oder das Aufstellen der Mannschaften sollen entfallen. Während des Spiels sollen keine weiteren Maßnahmen notwendig sein, damit Spieler und Schiedsrichter uneingeschränkt aktiv sein können. Außerdem dürfen nur die Personen nah am Team sein, die „für den Spielablauf unentbehrlich sind“. Die DFL schreibt zudem: „WICHTIG: Im Stadion wird der Blick der Öffentlichkeit auf den Profi-Fußball, die Teams und Akteure in der aktuellen Situation nochmals größer sein als bisher. Wir bitten dringend um vorbildliches Verhalten bezüglich der Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen außerhalb des Spielfeldes.“

Mannschaftstraining

Auch für die Mannschaftstrainings hat die DFL-Taskforce im Konzept einige Vorgaben vorgesehen. Das Training soll stets ohne Öffentlichkeit stattfinden. Auch hier gilt: Der Kontakt zu anderen Mitspielern und Betreuern sowie der Aufenthalt in den Kabinen soll möglichst minimiert werden. Die Spieler und Betreuer sollen vor den Trainings einem Hygienebeauftragten bestätigen, dass kein Infekt vorliegt. Der Zugang zum Trainingsgelände wird kontrolliert, dabei soll auch die Körpertemperatur gemessen werden. Außerdem soll eine Person festgelegt werden, die Covid-19-Abstriche durchführt. Die Spieler und Betreuer sollten laut DFL ihre Trainingskleidung und Schuhe selbst waschen, um den Zeugwart zu schützen.

Was kommt auf die Vereine zu?

Für die Vereine bedeutet dies, dass sie Personal, Räumlichkeiten und Material zur Verfügung stellen müssen. So wird etwa das Reinigungspersonal aufgestockt und weitere Kontrolleure werden eingestellt. Auch ein Hygienebeauftragter soll sowohl bei Spielen als auch bei Trainings vor Ort sein. Zudem sollen die Vereine dafür sorgen, dass Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und Mundschutz vorrätig sind. Es gelten strikte Regeln für das Verhalten im privaten Umfeld sowie den Umgang mit möglichen Infizierten.

Am Donnerstag werden die DFL und 36 Profiklubs aus der ersten und zweiten Bundesliga sich über das weitere Vorgehen abstimmen. (nl)

Logo