Wichtigste Fahne Deutschlands zurück in Mainz

„Ikone der Demokratiegeschichte“

Wichtigste Fahne Deutschlands zurück in Mainz

Sie ist der größte, kostbarste und zugleich älteste Einrichtungsgegenstand im frisch renovierten Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags: Die Original-Fahne vom Hambacher Fest von 1832 in den Farben Schwarz-Rot-Gold. Nun ist sie in das Deutschhaus am Mainzer Rheinufer zurückgekehrt. Das teilt der Landtag Rheinland-Pfalz mit.

Teilnehmer der ersten Massendemonstration für Freiheit, Einheit, Demokratie und Europa schwenkten die knapp 3,30 Meter breite und 2,40 Meter lange historische Fahne vor knapp 190 Jahren auf ihrem Weg zum Hambacher Schloss. Die Revolutionäre nannten sie kurz „Dreifarb“ – was die Übersetzung des französischen Begriffs „Trikolore“ ist.

Wie der Landtagspräsident Hendrik Hering bei der Einbringung der Fahne in den Landtag sagte, sei die Fahne sowohl demokratie- als auch textilgeschichtlich eine Rarität und könne somit als „Ikone der Demokratiegeschichte“ gelten. Die Original-Fahne im Landtag sei eine der ältesten erhaltenen Fahnen in diesen Farben, so Hering. Ein Team um die Kölner Textilrestauratorin Ulrike Reichert hatte die Fahne während der Bauarbeiten am Deutschhaus seit 2016 fachmännisch instandgesetzt. Nach heutigem Kenntnisstand ist bundesweit der Verbleib von vier Hambacher Fahnen bekannt. Eine davon ist nun wieder in Mainz.

Hintergrund

Seit dem Hambacher Fest von 1832 stehen die Farben Schwarz-Rot-Gold symbolisch für Freiheit, Einheit und Demokratie in Deutschland. Der Deutsche Bund verbot Schwarz-Rot-Goldene Fahnen 1832 und verfolgte die Teilnehmer des Hambacher Festes. In den folgenden über 100 Jahren wurde um die symbolträchtigen Farben gerungen. Immer wieder wurden Demokraten, die mit den Farben Schwarz-Rot-Gold ihren Forderungen Ausdruck verliehen, verfolgt und verhaftet. Das Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 in Kraft trat, regelte dann in Artikel 22: „Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.“

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