Tests laufen schon: Nimmt der Fluglärm über Mainz bald deutlich ab?

Seit Anfang März testet die Deutsche Flugsicherung eine neue Anflugroute in Richtung des Frankfurter Flughafens. Diese könnte zu einem erheblichen Rückgang des Fluglärms in Mainz führen. Zumindest dann, wenn der Wind mitspielt.

Tests laufen schon: Nimmt der Fluglärm über Mainz bald deutlich ab?

Könnte der Fluglärm in Mainz bald deutlich geringer als zuletzt ausfallen? Die Deutsche Flugsicherung (DFS) testet jedenfalls seit dem 1. März eine neue Anflugroute für den Frankfurter Flughafen, das sogenannte „Segmented Approach“. In einer Mitteilung erklärt die DFS: „Das GPS-basierte Verfahren vermeidet große Städte, hat damit Potenzial zur Lärmentlastung in der Region Frankfurt und ist durch kürzere Flugwege kerosinsparend und damit umweltfreundlich.“

Nicht nur Frankfurt könnte über das neue Anflugverfahren entlastet werden, bei Ostwind könne die neue Flugroute auch den Fluglärm in Mainz senken. Die Flugzeuge würden dann nicht mehr in einer geraden Linie über Hechtsheim und Weisenau einfliegen, sondern auf hessischer Seite am Rhein entlang und kurz vor Ginsheim-Gustavsburg in Richtung Flughafen eindrehen. Laut der DFS ist das Einflugverfahren bereits seit zehn Jahren möglich und wurde bisher hauptsächlich nach 23 Uhr angewendet, wenn Flugzeuge verspätet während des Nachtflugverbotes landen mussten. „Die Erfahrungen aus diesen Jahren haben gezeigt, dass das Verfahren nun einerseits hinreichend erprobt und vor allem sicher fliegbar ist“, so die DFS.

Weniger Fluglärm dank Corona-Krise?

Dass die neue Einflugroute jetzt vermehrt getestet wird, hat einen guten Grund: die Corona-Krise. Denn seit Beginn der Krise ist das Flugaufkommen am Frankfurter Flughafen deutlich geringer als üblich. Momentan starten und landen am Flughafen Frankfurt knapp 500 Flieger am Tag – vor Beginn der Krise waren es täglich noch rund 1500 Starts und Landungen. „Dieser Verkehrsrückgang erlaubt es, lärmentlastende Verfahren für die Region Rhein-Main häufiger zu nutzen“, erklärt die DFS.

Seit dem 1. März umfliegen die Flugzeuge nun also bei Westwind die großen Städte Offenbach und Hanau und bei Ostwind Mainz. Getestet wird die neue Einflugroute bisher ausschließlich an Flugzeugen, die aus Richtung Süden kommen. Besonders die Zeitfenster 5 bis 7 Uhr, 13 bis 18 Uhr und 20 bis 23 Uhr sind aus Sicht der Experten für das neue Einflugverfahren geeignet. „Je nach Verkehrssituation werden Anflüge jedoch auch weiterhin das übliche Anflugverfahren mit langem, geraden Endanflug nutzen können“, so die DFS.

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