Neuer Wartebereich mit Café am Mainzer Hauptbahnhof

Die Deutsche Bahn testet am Mainzer Hauptbahnhof ein neues Konzept: ein offener Aufenthaltsraum mit Café, Arbeitsplätzen und Kinderbereich.

Neuer Wartebereich mit Café am Mainzer Hauptbahnhof

Am Mainzer Hauptbahnhof gibt es neuerdings einen eigenen Wartebereich der Deutschen Bahn (DB) in Kooperation mit der Café-Kette „Haferkater“. Seit zwei Monaten können Reisende hier herkommen, um die Wartezeit bis zu ihrem nächsten Zug zu überbrücken. Es gibt verschiedene Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten, eine Gepäckaufbewahrung und einen Bildschirm mit Informationen zu den nächsten Zügen am Hauptbahnhof. Mit der Einrichtung des Bereichs wolle man „sich um diejenigen, die warten müssen, besser kümmern, als es bisher der Fall war“, sagt Stefan Schwinn, der Leiter des Regionalbereich Mitte DB InfraGO Personenbahnhöfe.

Mainz als Start des Pilotprojekts

In dem Wartebereich ist eine Theke als zweiter Standort des Cafés „Haferkater“ am Mainzer Hauptbahnhof eingerichtet, an der es Kaffee- und Backwaren zu kaufen gibt. Im Wartebereich gilt grundsätzlich kein Verzehrzwang, doch viele Besucher nutzen die Option trotzdem, laut Leandro Burguete, Geschäftsführer der Haferkater GmbH. „Mit dem Wartebereich am Mainzer Hauptbahnhof wollen wir beweisen, dass das Konzept funktioniert und gut ankommt.“

Der Wartebereich in Mainz ist ein Pilotprojekt. Die DB will deutschlandweit solche Bereiche an den Bahnhöfen einrichten – als nächstes in Hamburg und Berlin. Für das Pilotprojekt sei die Wahl auf den Mainzer Hauptbahnhof gefallen, weil die Fläche am Gang im Erdgeschoss gerade frei war, der Bahnhof insgesamt kompakt sei und so viele Besucher auf den Bereich aufmerksam würden. Für jeden Standort soll der Bereich an den jeweiligen Bahnhof und seine Besucher angepasst werden.

Die DB hat den Wartebereich in Mainz selbst entworfen: Auf einer Fläche von 170 Quadratmetern gibt es 74 Sitzplätze – auf Sofas, auf Bänken oder an Tischen. Die Möbelstücke sind in den Farben blau, türkis und orange gestaltet.

Am großen Tisch, dem „community table“, sind Steckdosen vorhanden, sodass man sein Handy aufladen oder am Laptop arbeiten kann.

In einer Ecke des Raums ist ein Bereich für Kinder mit Bildtafeln an der Wand und schalenartigen Hockern eingerichtet, in die Kinder sich umgedreht auch hineinsetzen können. Die Deutsche Bahn will verschiedene Möbel im Wartebereich ausprobieren, um herauszufinden, welche von den Besuchern am besten angenommen werden. „Wir wollten hier verschiedene Wartesituationen schaffen, um die Bedürfnisse verschiedener Reisenden zu erfüllen“, erklärt die Architektin Lisa Plücker, die den Wartebereich mitgestaltet hat. Beim Design sei es der DB außerdem wichtig gewesen, Wiedererkennungswert zu schaffen. Die Bänke im Wartebereich sind beispielsweise die gleichen, die Bahnhofsbesucher auch an den Gleisen finden.