Mainzerin Josi spricht in Talkshow über ihre Geschlechtsumwandlung

Seit ihrer Pubertät fühlte sich die Mainzerin Josi im falschen Körper beheimatet. Durch mehrere Operationen verwandelte sie sich schließlich von einem Mann zur Frau und wurde dabei sogar vom Fernsehen begleitet.

Mainzerin Josi spricht in Talkshow über ihre Geschlechtsumwandlung

Gefangen im falschen Körper, so hat sich Josi in ihrer Pubertät gefühlt. Deshalb entschied sich der damals 15-jährige Teenager dazu, als Frau zu leben. Sie wollte kein Junge mehr sein, der sie von Geburt an war. Mit 16 Jahren folgten die ersten Schritte zur Geschlechtsumwandlung. Bis sie 21 Jahre alt war, folgten weitere Operationen. Am heutigen Freitag erzählt sie nun in der RTL2-Talkshow „Detlef Soost“ (15 Uhr) von ihrem Leben und wie schwer es ist, eine langfristige Beziehung zu Männern aufzubauen. Mit Merkurist sprach sie schon vor der Ausstrahlung der Show über ihr Leben.

Wie ein „Monster“ gefühlt

Von dem Wunsch, eine Frau zu werden, hat sich Josi nie abhalten lassen: „Ich kam mir vor wie ein Monster und mein Körper war mein größter Feind. Man lebt eigentlich 24 Stunden in Angst und Unwohlsein.“ Erst mit den Operationen habe sie nicht mehr die Ängste und Zwänge gehabt, sich krampfhaft zu verstecken, so die Mainzerin. Aber nicht alle seien damit zurechtgekommen. Doch „Verluste im Umfeld“ seien ihr egal gewesen, sagt Josi. „Das Verhältnis zu meinem Vater war damals nicht gut, aber wir haben uns inzwischen wieder zusammengerauft.“

Das erste Mal als Frau gekleidet habe sie sich dann beim ihrem Abschlussball in der Realschule. Als sie schließlich mit 16 die ersten Operationen plante, fragte das Fernsehen bei ihr an. Der Sender RTL2 suchte für seine Doku-Soap „Transgender - Mein Weg in ein neues Leben“ noch Leute, die sich vorstellen konnten, dort mitzumachen. „Ich war jung, fand das ganze interessant und habe mich dann entschieden mitzumachen, auch wenn ich dafür meinen Körper verkauft habe“, sagt Josi. Einen Teil der Operationskosten habe nämlich auch RTL 2 gezahlt. Insgesamt haben die geschlechtsangleichenden Operationen 80.000 Euro gekostet.

Die Dreharbeiten zur Doku-Soap dauerten letztlich von 2011 bis Ende 2014. Im Anschluss an die erste Staffel der Sendung habe sie viele positive Reaktionen erhalten, nach der zweiten Staffel habe sich die Stimmung aber ins Gegenteil gekehrt. Denn in der Zwischenzeit waren auch andere Medien auf Josi aufmerksam geworden.

Feste Beziehung schwierig

So war die Mainzerin unter anderem in der Bravo, der Bild-Zeitung und dem „Promi-Flash“-Magazin. Ein „Outing“ habe sie sich seitdem sparen können, sagt Josi. Später folgten noch mehrere Auftritte bei „Britt - Der Talk um eins“ und auch „Mieten, kaufen, wohnen“. Inzwischen hat sich die Mainzerin aus den Doku-Soaps zurückgezogen. Dennoch bekomme sie noch immer viele Anfragen für Reality-Shows. Formate wie „Adam sucht Eva“ seien für sie aber nicht mehr infrage gekommen. „Wenn dann möchte ich mich nochmal neu präsentieren“, sagt Josi. Deshalb habe sie auch im Anschluss an ein Casting im Januar, bei dem zunächst nicht verraten wurde, für welche Sendung Kandidaten gesucht werden, abgesagt. Letztlich handelte es sich bei dem Format um die Dating-Show „Love Island“. Doch auf Sex vor der Kamera habe sie keine Lust gehabt, so Josi.

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„Es ist schwierig, jemanden zu finden, der es ernst mit einem meint“ - Josi

Privat lebt die junge Mainzerin aktuell in keiner festen Beziehung. Sofern Männer ihre Geschichte kennen oder erzählt bekämen, hätten diese damit Probleme, sich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen, sagt Josi. „Viele haben Angst davor, was ihr Umfeld sagt und möchten sich dann nur noch im Geheimen treffen. Andere haben Angst, keine eigenen Kinder kriegen zu können.“ Eine dauerhafte Beziehung sei deshalb noch nicht zustande gekommen, so die Mainzerin. „Es ist schwierig, jemanden zu finden, der es ernst mit einem meint.“

Auftritt in Talkshow

Am heutigen Freitag kehrt Josi nun ins Fernsehen zurück. Als Gast in der gleichnamigen Talkshow von Detlef Soost mit dem provokativen Thema „Unvermittelbar – mich will keiner haben!“ spricht sie über ihr Leben und ihre geschilderte schwierige Beziehung zu Männern. In die Sendung sei sie gegangen, weil sie es immer noch wichtig finde, das Thema „Transgender“ präsent zu halten und zu zeigen, dass sie auch nur ein ganz normaler Mensch sei, so Josi. Über ihren Auftritt in der Talkshow selbst, dürfe sie vorab allerdings noch nichts verraten. Moderator Detlef Soost sei aber jedenfalls sehr freundlich zu ihr gewesen und habe sich auch vor und nach der Show um sie gekümmert.

Wer Josis Auftritt in der Talkshow „Detlef Soost“ sehen möchte, muss heute Nachmittag um 15 Uhr RTL 2 einschalten.

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