Was heute noch von den Forts übrig ist

Nach außen sind sie kaum noch sichtbar. Früher allerdings spielten die Forts in der Mainzer Geschichte eine wichtige Rolle. Sie dienten der Verteidigung und boten vielen Mainzern im Zweiten Weltkrieg Schutz.

Was heute noch von den Forts übrig ist

Früher dienten die Forts der Verteidigung der Stadt - heute ist von ihnen kaum noch etwas sichtbar. Rund um Mainz gab es insgesamt drei Verteidigungsringe, die die Stadt schützen sollten. Was davon heute noch übrig ist und welche Ihr besichtigen könnt, erfahrt Ihr hier.

Stadtgeschichte unter den Häusern

Insgesamt 23 Forts wurden in und um Mainz errichtet. Damit galt Mainz bis zu deren Abriss und Zerstörung als Festungsstadt und wurde auch als „Bollwerk“ bezeichnet. Ein Mitglied der Mainzer Unterwelten kennt die Geschichte der Mainzer Forts gut: „Leider sind fast alle Forts oberirdisch gar nicht mehr zu erkennen, unterirdisch existieren sie teilweise noch.“ Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele der Forts zerstört und abgerissen, weil sie den damals eingesetzten Granaten nicht Stand halten konnten - damit hatten sie ihre Funktion, die Stadt zu schützen, verloren.

Viele der Forts wurden dann oberirdisch abgerissen und Häuser darauf gebaut. Unterirdisch sind einige noch erhalten geblieben: „Es sind vom Fort Josef noch 80 Prozent der unterirdischen Gänge erhalten“, erklärt eine Sprecherin des Vereins. Die unterirdischen Gänge können in privaten und öffentlichen Führungen erkundet werden.

„Heute sind nur noch zwei Forts für die Öffentlichkeit zugänglich: Fort Josef und Fort Philipp.“ Der Verein bietet in beiden Forts sowohl private, als auch öffentliche Führungen an. Auch bei manchen Führungen des Vereins „Geographie für Alle“ werden die Forts gezeigt.

Das Fort Josef

Das Fort Josef gehört zu den ersten fünf Forts, die in der Barockzeit erbaut wurden. „Grund hierfür war, dass der erste Verteidigungsring nicht mehr genug Schutz bot“, erklärt die Sprecherin. Obwohl sie über der Erde schon abgerissen wurden, waren die unterirdischen Teile des Forts vor allem zur Zeit des Zweiten Weltkriegs von Bedeutung: „Die Menschen erinnerten sich an die unterirdischen Gänge und Kasematten und bauten sie als Luftschutzräume aus. Allein im Fort Josef fanden während der Luftangriffe über 5000 Menschen Schutz“, so die Sprecherin.

Nach dem Inferno von Mainz hatten viele Menschen ihr Zuhause verloren. Einige von ihnen wohnten fast ein Jahr lang in den unterirdischen Gängen des Forts, auch wenn es hier kaum mehr als 14 Grad Celsius waren.

Funktion der Forts

Die 23 Mainzer Forts wurden auf beiden Rheinseiten erbaut. Sie bildeten insgesamt drei Verteidigungsringe: Der 1. Verteidigungsring bestand aus 16 Bastionen, die ersten fünf Forts bildeten den 2. Ring und alle 18 weiteren Forts den 3. Verteidigungsring.

„Die meisten von ihnen wurden aufgrund der Entscheidung des Wiener Kongresses erbaut, die unter anderem eine große Menge finanzieller Mittel zum Ausbau der Verteidigungsanlagen des „Bollwerk Mainz“ zur Verfügung stellte“, erklärt das Mitglied. Im 18. Jahrhundert brachten die Festungsbauten viel Prestige für die Stadt - doch das hatte auch seine Nachteile. Damit war die Stadt Mainz für ihre Feinde nämlich besonders attraktiv.

Zum Einsatz kamen die Forts nur während der Belagerung von Mainz im Jahr 1793. Preußen und Österreich haben damals drei Monate lang versucht, die Forts einzunehmen. Nachdem das scheiterte, entschieden sich die Feinde für die Bombardierung.

Nach 1797 wurde bis zu dem Abriss noch viel Geld in die Erhaltung der Forts und die Errichtung des dritten Verteidigungswalls gesteckt.

Interessierte können gerade die Ausgrabungen am Fort Elisabeth und am Fort Hartenberg beobachten. (df)

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