Gerüchte: Mainzer Polizei dementiert Einsatz von Tasern

Anschuldigungen in sozialen Medien

Gerüchte: Mainzer Polizei dementiert Einsatz von Tasern

Die Mainzer Polizei hat den Vorwurf bestritten, bei der Demonstrationen am Samstag Taser eingesetzt zu haben. Zuvor waren Anschuldigungen in den sozialen Netzwerken erhoben worden. So schreibt etwa Holger auf Twitter: „Angeblich hat die Polizei in #MZ1607 einen Menschen getasert. Die Verwendung von #Tasern ist stark umstritten.“

Taser gehören seit etwa eineinhalb Jahren zur Ausrüstung der Beamten. Die Waffen sollen vor allem abschreckend wirken, um gefährliche Situation zu deeskalieren. Kommen sie zum Einsatz, sorgen Elektroimpulse dafür, dass die getroffene Person für eine Weile bewegungsunfähig ist.

Wie die Polizei am Samstag angab, habe sie Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstranten eingesetzt, diese hatten zuvor offenbar mit Steinen geworfen (wir berichteten). Der Aufmarsch der rechtsextremen „Neue Stärke Partei“ wurde kurzfristig vom Hauptbahnhof an die Mombacher Waggonfabrik verlegt. Er musste jedoch schnell abgebrochen werden, weil die Wegstrecke blockiert wurde. Vereinzelt waren Sachschäden entstanden, eine Absperrung der Polizei wurde überlaufen, Beamte wurden teils massiv angegriffen.

Insgesamt waren am Samstag 3000 Demonstranten und rund 800 Polizeibeamte in der Mainzer Innenstadt unterwegs. Taser sollen aber laut Polizei dennoch in keiner Situation zum Einsatz gekommen sein. So antwortet die Polizei den Twitter-Usern: „Im gestrigen Einsatzverlauf ist es zu keinem Einsatz des sogenannten ‘Tasers’ gekommen.“

Obwohl die Elektroschockpistolen noch nicht lange zur Ausrüstung gehören, wurden sie in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr bereits 609 mal eingesetzt. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland waren sie damit in diesem Bundesland mit Abstand am häufigsten im Einsatz. Sie würden vor allem dann genutzt, wenn Pfefferspray keine Wirkung habe. Im Vergleich zum Schlagstock verursachen sie nach Angaben des Innenministeriums zudem weniger gravierende Verletzungen.

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