So sollen Rehkitze nun vor Verstümmelung und Tod bewahrt werden

Signale werden erstmalig eingesetzt

So sollen Rehkitze nun vor Verstümmelung und Tod bewahrt werden

Sie verstecken sich im hohen Gras, flüchten auch nicht, wenn sich ein Fahrzeug nähert – und werden daher oft bei Mäharbeiten verstümmelt oder getötet. Zahllose Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere fallen jedes Jahr Mähdreschern und anderen Mähgeräten zum Opfer, weil sie intuitiv bei Gefahr regungslos verharren.

Um ihren sicheren Tod zumindest auf den Rheindeichen zu verhindern, hat sich die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) nun etwas einfallen lassen: Erstmals werden „Wildwarner“ bei den Mäharbeiten eingesetzt, also akustische Signale, die die Tiere aufscheuchen und sie so schützen sollen. Laut der SGD Süd starten in diesen Tagen die Mäharbeiten auf einer Länge von rund 235 Kilometern entlang des Rheins und der Nahe.

Der Ton sei ähnlich wie der Rückfahrwarner eines Lkw, nur als Dauerton. Hauptsächlich eingeschaltet werde er in der Nähe von Bäumen, also am Waldrand. Sowohl die Deiche im Raum Mainz als auch in Ingelheim grenzen teilweise an Naturschutzgebiete und sind mit ihren naturnahen mageren Trockenrasenbiotopen wichtiger Lebensraum für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Auf Dünger und Pestizide werde daher schon seit längerem verzichtet. Das abgemähte Heu werde laut SGD Süd dann größtenteils an Land- und Pferdewirte aus der Region abgegeben, als Futter für Rinder, Pferde und Schafe sowie als Einstreu.

In anderen Regionen werden Rehkitze unter anderem auch durch Drohnen geschützt. Wie der SWR berichtet, fliegen diese kurz vor dem Mähen über die Grünlandfläche. Mittels einer Wärmebildkamera werden die dort versteckten Tiere dann aufgespürt. Anschließend bringen Helfer das Tier in Sicherheit.

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