Söder oder Laschet: Wen will die Mainzer CDU als Kanzlerkandidaten?

Markus Söder oder Armin Laschet? In der CDU/CSU-Union herrscht eine hitzige Debatte darüber, wer als Nachfolger von Angela Merkel Kanzlerkandidat der Union wird. Doch welchen Kandidaten wünscht sich eigentlich die Mainzer CDU?

Söder oder Laschet: Wen will die Mainzer CDU als Kanzlerkandidaten?

Rund fünf Monate vor der Bundestagswahl im September ist noch nicht klar, wen die Union als Nachfolger-Kandidaten für Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Rennen schickt. Klar ist: Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) duellieren sich um die mögliche Nachfolge der Kanzlerin. Nun hat die Debatte deutlich an Fahrt aufgenommen. Die CDU-Spitze hatte sich für Armin Laschet als Kandidaten ausgesprochen. Bereits am Sonntag hatten sich jedoch beide Kandidaten bereiterklärt, als Kanzlerkandidaten anzutreten. Markus Söder gibt sich als Kandidat der Unions-Mitglieder.

„Ich erlebe Markus Söder nicht erst seit der Corona-Pandemie als tatkräftigen und kraftvollen Ministerpräsidenten“ - Sabine Flegel, Kreisvorsitzende CDU Mainz

Die Kreisvorsitzende der CDU Mainz, Sabine Flegel, betrachtet die Debatte aus zwei Blickwinkeln. Einerseits hat sie eine persönliche Meinung, andererseits sei es ihr wichtig, auf die Stimmung der Mitglieder zu achten, erklärt sie im Gespräch mit Merkurist. Ihrer Meinung nach ist der bayerische Ministerpräsident Söder für die anstehende Wahl der bessere Kandidat. „Ich erlebe Markus Söder nicht erst seit der Corona-Pandemie als tatkräftigen und kraftvollen Ministerpräsidenten“, so Flegel. „Wenn er eine Meinung zu einem Thema hat, dann bleibt er standhaft. Das gefällt mir und ehrlich gesagt sind das meiner Meinung nach Attribute, die man in der Politik leider nicht mehr so häufig findet.“ Sollte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet das Rennen machen, wolle sie ihn in jedem Fall auch im Wahlkampf unterstützen, so Flegel weiter.

Mainzer CDU will Mitglieder befragen

Im Austausch mit den CDU-Mitgliedern im Kreis Mainz erlebt Flegel in den letzten Tagen deutliche Rückendeckung für Markus Söder, wie sie sagt. „Meiner Wahrnehmung nach sprechen sich rund zwei Drittel für Markus Söder aus.“ Um der Stimmungslage aber genauer auf den Grund zu gehen, würde Flegel gerne eine Online-Befragung unter den Mitgliedern im Kreisverband Mainz durchführen. „Wir haben das in die Wege geleitet und sind startklar. Wir möchten aber zunächst abwarten, ob es im Laufe des Tages vielleicht eine Entscheidung in Berlin gibt“, sagt Flegel.

Zufrieden darüber, wie die Kommunikation über die Kanzlerkandidatur bisher ablief, ist die Kreisvorsitzende nicht. „Es hieß von beiden Seiten, dass man eine gemeinsame Lösung für die Kandidatur finden will. Dass nun beide als Kandidaten zur Verfügung stehen und das auch öffentlich verkündet haben, hat mich überrascht und irritiert.“ Nun habe man sich mit der öffentlichen Debatte ein „hausgemachtes“ Problem eingehandelt. Doch auch einen Vorteil in der Debatte der „Alphatiere“ erkennt Flegel: „Wir sehen zumindest, dass wir in der CDU ein gutes Personalangebot haben. Es ist ja auch gut, wenn man die Wahl aus zwei guten Kandidaten hat.“

Auch Junge Union Mainz für Söder

„Er vertritt leidenschaftlich, souverän und entschlossen seine Standpunkte und macht als Krisenmanager in einer schwierigen Zeit einen sehr guten Job!“ - JU-Kreisvorsitzender Torsten Rohe über Markus Söder

Am Dienstag hat sich in einer Presseerklärung auch die Junge Union Mainz (JU) für Markus Söder als Kandidaten ausgesprochen. Die Entscheidung pro Söder sei das Ergebnis einer Vorstandsbefragung. Diese habe ein deutliches Ergebnis zum Vorschein gebracht. Torsten Rohe, Kreisvorsitzender der JU Mainz, sagt über Söder: „Er vertritt leidenschaftlich, souverän und entschlossen seine Standpunkte und macht als Krisenmanager in einer schwierigen Zeit einen sehr guten Job!“

Man sei in der JU „fest davon überzeugt“, dass Söder die besseren Chancen bei der Bundestagswahl im Herbst hat. Laut Rohe genießt Söder in der Bevölkerung Beliebtheit und einen guten Ruf. Der JU-Kreisvorsitzende sagt zudem: „Markus Söder ist der Kandidat der Basis.“ Nun wünscht sich die JU eine schnelle aber dennoch breite Diskussion in der CDU/CSU-Union, in der auch die Mitglieder miteinbezogen werden.

Logo