So geht Rheinland-Pfalz mit Impfschwänzern um

Politik und Gesundheitsexperten diskutieren aktuell darüber, ob es Bußgelder für Menschen geben sollte, die ihren Impftermin nicht absagen. Ob die rheinland-pfälzische Landesregierung Strafen plant, lest ihr hier.

So geht Rheinland-Pfalz mit Impfschwänzern um

Da bekommt man endlich einen Impftermin und hat dann doch keine Zeit, hinzugehen – das ist ärgerlich, kann aber natürlich vorkommen. Bei frühzeitiger Absage können die Teams in den Impfzentren reagieren und Termine weitergeben. Schwieriger wird es, wenn Termine nicht abgesagt werden und die Impflinge einfach nicht erscheinen.

Bundesweit wird seit dem Wochenende deshalb darüber diskutiert, ob „Impfschwänzer“ Bußgelder zahlen sollten, wenn sie ihren Termin nicht absagen. Angestoßen hatte die Debatte der Präsident des Berliner Roten Kreuzes, Mario Czaja. Er forderte, eine „Impfterminschwänzer-Abgabe“ in Höhe von 25 bis 30 Euro einzuführen. Der Vorstoß war auf ein geteiltes Echo gestoßen: Die Bundesregierung sprach sich beispielsweise dagegen aus, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach war dafür. Wie steht die rheinland-pfälzische Landesregierung dazu?

„Wie möchten vermeiden, dass Strafandrohungen die Akzeptanz der gesamten Impfkampagne schmälern könnten.“ - Franziska Schmitt, Gesundheitsministerium

„Rheinland-Pfalz plant keine Strafen für Personen, die ihren Impftermin ohne Absage nicht wahrnehmen“, sagt Franziska Schmitt aus dem Gesundheitsministerium auf Merkurist-Anfrage. „Zum einen möchten wir vermeiden, dass Strafandrohungen die Akzeptanz der gesamten Impfkampagne schmälern könnten. Zum anderen gehen wir davon aus, dass sich das Phänomen in den kommenden Tagen und Wochen verringert, wenn die Wartelisten und damit auch die Wartezeiten sich weiter reduzieren.“ Landesweit werden aktuell im Schnitt rund 15 Prozent der Termine nicht abgesagt. Die Zahl sei zwar seit Beginn der Impfkampagne gestiegen, derzeit sei sie aber stabil, so Schmitt.

Überbuchungsquoten und Nachrückerlisten als Hilfsmittel

Im Müll sei wegen Impfschwänzern noch keine Impfdosis gelandet. „Es gelingt uns durch eine flexible Überbuchungsquote und die zur Verfügung gestellten Nachrückerlisten, die Quote der tatsächlich ausgefallenen Termine auf rund 5 Prozent zu drücken“, sagt Schmitt. Die Termine werden in den Tagen darauf nachbesetzt. Aber: „Dieses Prozedere ist für die Impfzentren mit einem deutlichen Mehraufwand an Arbeit verbunden.“

„Ein konsequentes Absagen von Terminen, wenn diese nicht mehr benötigt werden, beschleunigt die Impfkampagne für alle.“ - Franziska Schmitt

Deshalb appelliert das Land immer wieder an alle, Termine abzusagen. Auch, wer in der Zwischenzeit bei seinem Arzt geimpft wurde, muss seine Registrierung im Impfzentrum stornieren. Das geht über die Hotline 0800/5758100 oder ein Online-Formular. Wichtig sei das auch, um die Impfkampagne nicht zu verlangsamen: „Ein konsequentes Absagen von Terminen, wenn diese nicht mehr benötigt werden, beschleunigt die Impfkampagne für alle.“

In Zukunft will die Landesregierung die Impfungen noch leichter zugänglich machen. „Die bereits absolvierten oder bald startenden Stadtteilimpfungen, Sonderimpfungen mit den Kommunen und Sonderimpfungen für junge Erwachsene und Studierende zwischen 18 und 27 Jahren in Kooperation mit den Hochschulen des Landes sind nur die ersten Schritte“, sagt Schmitt. Außerdem sollen die Öffentlichkeitskampagne zum Impfen nochmals gestärkt und regionale und zielgruppenspezifische Sonderimpfaktionen mit mobilen Impfteams gestartet werden.

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