Helauspur für Narren — ein Pro & Contra

„Viel Aufregung um nichts“ nennt Merkurist-Autor Ralf die Debatte um die „Helauspur“ auf der gesperrten Theodor-Heuss-Brücke. Autor Thomas meint, dass gleiches Recht für alle herrschen sollte. Ein Pro & Contra.

Helauspur für Narren — ein Pro & Contra

Die Helau-Spur polarisiert. Was die einen gelassen durchwinken, ist für andere schlicht ungerecht. Auch in der Merkurist-Redaktion ist man geteilter Meinung.

Pro Helau-Spur

„Viel Aufregung um nichts. Ist die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke schon ärgerlich genug, wird die sogenannte Helau-Spur zum fast noch größeren Ärgernis hochgespielt. Das Argument: Fastnachter dürfen mit ihren Autos über die Brücke fahren, Pflegedienste und andere wichtige Berufsgruppen dagegen nicht.

Doch dieser Vergleich ist sinnlos. Die Ausnahmeregelung für Fastnachtsredner gilt nur deshalb, weil es sich eben um wirkliche Ausnahmen handelt. Die Verkehrsdezernentin der Stadt Mainz spricht von sechs Abenden, von fünf bis 18 Fastnachtern. Würde es dagegen eine Ausnahmeregelung für alle Pflegekräfte geben, wäre werktags und tagsüber ein ganz anderes Aufkommen zu erwarten – und wahrscheinlich zusätzliche Verkehrsprobleme auf Wiesbadener Seite.

Außerdem: Bekäme eine Berufsgruppe die Sondergenehmigung, gäbe es direkt neue Forderungen. Die IHK Rheinhessen hätte sich laut Pressemitteilung auch Ausnahmen für Mittelständler gewünscht, die jetzt ‘zusätzliche Fahrten von bis zu einer Stunde einplanen’ müssten. Verständlich. Aber wenn es am Ende Ausnahme um Ausnahme gäbe, könnte man die Sperrung für den privaten Autoverkehr auch gleich sein lassen. Und dann würde das Ganze länger als vier Wochen dauern.“

Contra Helau-Spur

„’Gleiches Recht für alle’ soll auf der Theodor-Heuss-Brücke herrschen. So sagt es zumindest die Mainzer Verkehrsdezernentin. Fast alle, möchte man hinzufügen, können die Fastnachter doch mit Konfetti in der Blutbahn über die Brücke. Und so klein diese Ausnahme auch sein mag, ist es noch immer eine Ausnahme.

Richtig ist, dass Ausnahmen für eine Berufsgruppe gleich die nächste Gruppe auf den Plan rufen würde. Aber das gleiche Phänomen lässt sich aktuell bei der Helau-Spur beobachten. Klar, die Fastnacht ist den Mainzern heilig, aber sind es Senioren auf der anderen Rheinseite nicht?

Pflegedienste könnten ihre Fahrten im Voraus besser planen, heißt es aus dem Wiesbadener Straßenverkehrsamt. Fastnachter haben einen engen Terminplan. Aber vielleicht hätten auch die besser planen können, wäre die Sperrung früher bekanntgegeben worden.

Davon abgesehen tut man auch dem eigenen Image damit keinen Gefallen. In Zeiten von Politikverdrossenheit werden solche Entscheidungen noch einmal schlechter aufgenommen. Von der ‘geheimen Macht der Fassenacht’ ist in den Kommentarspalten bereits die Rede. Geklüngel würde man das im Kölner Karneval nennen. Handkäsmafia nennen es die Mainzer. Und selbst wenn es nicht so ist: Die Gerüchte und das Geschmäckle bleiben.“

Was ist Eure Meinung zur Helau-Spur auf der gesperrten Theodor-Heuss-Brücke? Kann man für die fünfte Jahreszeit auch mal ein Auge zudrücken, oder sollte wirklich niemand eine Ausnahmegenehmigung bekommen? Schreibt es unter unseren Artikel. (js)

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