Nach Brand: Die Mainzer Rheingoldhalle ist komplett saniert

Im Mai 2019 brannte die Rheingoldhalle mehrere Stunden und nahm dabei erheblichen Schaden. Jetzt ist die Sanierung der Halle so gut wie abgeschlossen. Bei einem Rundgang zeigte Bürgermeister Günter Beck, was alles neu gestaltet wurde.

Nach Brand: Die Mainzer Rheingoldhalle ist komplett saniert

Die Bilder von der brennenden Rheingoldhalle sind vielen Mainzern noch in Erinnerung. Über 100 Feuerwehrleute aus Mainz und Wiesbaden waren stundenlang im Einsatz und versuchten, das Feuer zu löschen. Wegen der besonderen Dachkonstruktion der Halle, die aus den 1960er-Jahren stammt, sei das Feuer damals schwer unter Kontrolle zu bringen gewesen, wie der Mainzer Bürgermeister Günter Beck (Grüne) am Freitag bei einem Presserundgang in der neu sanierten Rheingoldhalle erklärte.

So liefen die Bauarbeiten

Nach drei Jahren Sanierung sei die Rheingoldhalle so gut wie fertig und könne am 3. Januar planmäßig an den künftigen Betreiber Mainzplus Citymarketing übergeben werden. Der Umbau hatte bereits Ende 2018 wegen des mangelnden Brandschutzes der Halle begonnen. Der Brand sei dann aber Anlass für umfangreichere architektonische Veränderungen des Gebäudes gewesen. „Wir haben das gesamte Gebäude buchstäblich auf den Rohbau entkernt und neu aufgesetzt“, so der Geschäftsführer der beauftragten Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) Martin Dörnemann.

Der Brand sei nur das erste einer Reihe von unvorhersehbaren Ereignissen während der Sanierung gewesen. So verursachte der Löschschaum Wochen später eine Wölbung des Parkettbodens im großen Kongresssaal. Zudem wurde Asbest freigesetzt. Anschließend sei eine Bombe aus dem Weltkrieg bei den Bauarbeiten gefunden worden, bevor dann die Corona-Pandemie die Sanierung verzögerte. Zuletzt kam es noch zu Lieferengpässen, da der neue Parkettboden und die Fenster aus dem Ahrtal kommen sollten. Deshalb sei Beck nun sehr stolz, dass die Rheingoldhalle zum geplanten Zeitpunkt fertig gestellt sein wird. Vergleiche des Bauprojekts mit dem Berliner Flughafen wies er somit zurück.

Was ist neu?

Highlight in der neuen Rheingoldhalle ist der große Kongresssaal. Er ist in den Mainzer Farben Gold und Rot sowie in Schwarz gestaltet. Vor allem die dreieckigen Elemente an den goldenen Wänden erinnern an das Mosaik auf dem Dach der Halle. Der Raum selbst sei zwar nicht vergrößert worden, allerdings seien die Brandschutzauflagen jetzt umfänglich erfüllt, erklärt Beck. Bestuhlt dürfen in den Saal jetzt 2160 Personen, stehend sind es 3000 Personen. Die Toiletten neben dem Kongresssaal haben ebenfalls goldene Wände.

Auch im unteren Stockwerk der Halle gibt es Neuerungen: „Räume wurden zusammengelegt, andere verlagert“, so Dörnemann. Neue Tagungsräume sind entstanden, die Räume der alten Spielbank hingegen wurden aufgelöst. Die Foyerflächen wurden ausgeweitet und der Durchgang von der Rheinstraße zum Rheinufer wurde ausgebaut. Eine Anfahrt zu den Bühnenaufzügen ist jetzt möglich. Außerdem gibt es auf der Seite der Rheinstraße jetzt auch einen vierten Eingang für Zuschauer und Veranstalter. Auf der Seite des Rheinufers wurde eine Rheingoldterrasse gebaut – sie verschönere zum einen die Fassade des Rheinufers, zum anderen sei sie ein zusätzlicher Fluchtweg, so Beck. In den unteren Bereich der Halle passen jetzt 1645 Personen.

Die Rheingoldhalle sei insgesamt sicherer und umweltfreundlicher nach der Sanierung, fasst Dörnemann zusammen. Unter anderem sind ein neues Lüftungssystem und ein neues System zur Raumkühlung eingebaut. Auf dem Dach der Halle befindet sich jetzt eine Photovoltaikanlage. „Wenn wir die Rheingoldhalle am 3. Januar an Mainzplus Citymarketing übergeben, können sich alle freuen: Die Raumluft wird angenehm, sauerstoffreich, hygienisch sicher und zudem noch nachhaltig erzeugt sein“, so Beck.

Wie viel die Sanierung der Rheingoldhalle am Ende gekostet hat, sei noch nicht klar. Es müsse noch geklärt werden, was von der Versicherung konkret übernommen wird. Beck vermutet jedoch, dass die ursprünglich angesetzten 30 Millionen Euro überschritten werden.

Was ist für 2022 geplant?

Wie Mainzplus Citymarketing mitteilt, sind für das nächste Jahr bereits 80 Veranstaltungen in der Rheingoldhalle geplant. Im Januar und Februar seien die neuen Räume vor allem für Fastnachtssitzungen vorgesehen, sofern diese Corona-bedingt stattfinden können. Ab März 2022 soll dann das Kongressgeschäft beginnen.

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