Plötzlich musste es schnell gehen: Mitten im Europapokal-Rückspiel gegen Sigma Olmütz rannte der Mainzer Verteidiger Danny da Costa plötzlich vom Platz in die Katakomben.
Es lief die 85. Minute, als der Profi an der Außenlinie stand und schließlich vom Feld sprintete. „Ich habe versucht, dem Trainer mitzuteilen, dass ich doch bitte raus muss. Weil ich gemerkt habe, dass ich von jetzt auf gleich auf die Toilette muss“, erklärte da Costa nach dem Spiel. „Das hat der Coach dann aber irgendwie nicht so ganz verstanden, da musste ich ein bisschen die Selbstinitiative ergreifen“, erklärte der Verteidiger nach Spielschluss. Kurz vor seinem unfreiwilligen Abgang hatte Da Costa noch das 2:0 von Armindo Sieb vorbereitet.
Trainer reagiert verdutzt
Auf der Mainzer Bank sorgte die Aktion für Verwirrung. Da das Team plötzlich nur noch zu zehnt auf dem Platz stand, wurde schnell Kacper Potulski vom Warmlaufen geholt und eingewechselt. Auch Trainer Urs Fischer war zunächst ratlos. „Ich habe das Ganze erst wahrgenommen, als er an mir vorbeigesprintet ist“, so der Schweizer. „Ich wusste im ersten Augenblick nicht, was da war.“
Lustig wurde es, als da Costa von der Toilette zurückkam und wieder auf den Platz wollte. Er hatte nicht mitbekommen, dass für ihn bereits Potulski eingewechselt worden war. Da Costa selbst konnte nach dem Spiel über den Vorfall lachen: „Das ist mein 16. Jahr im Profifußball, aber so etwas habe ich tatsächlich noch nie erlebt – total verrückt!“
Auswirkungen auf den 2:0-Heimsieg hatte Da Costas Blitz-Abgang nicht mehr. Die 05er stehen als erstes deutsches Team im Viertelfinale der Uefa Conference League und treffen dort am 9. und 16. April auf Racing Straßburg.