Ebling eröffnet „Sommerschwüle“ und CSD in Mainz

Stadt will sich gegen Diskriminierung und Belästigung einsetzen.

Ebling eröffnet „Sommerschwüle“ und CSD in Mainz

Anlässlich der „Sommerschwüle“ und des Christopher Street Days (CSD) hat der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Montagvormittag zwei Regenbogenfahnen vor dem Stadthaus in der Großen Bleiche gehisst. Bei ihm waren zudem Vertreter des Vereins Schwuguntia e.V.

„Heute startet eine wunderbare Woche", kündigte Ebling an. Seit elf Jahren weht die Regenbogenflagge Anfang August vor dem Gebäude der Stadtverwaltung, in der Regel vor dem Rathaus, nun vor dem Stadthaus. „Wir wollen als Stadt zeigen, dass wir Vielfalt nicht nur akzeptieren, sondern fördern und als große Chance sehen", so Ebling. „Aus Unterschiedlichkeit kann etwas Neues, Starkes entstehen. Und wir wollen nicht hinnehmen, dass Menschen diskriminiert und belästigt werden.“ Vor Ort waren zudem Mainzer Politiker, darunter einige Ortsvorsteher sowie der Bundestagsabgeordnete Daniel Baldy.

Von Montag an werden zudem an allen Ortsverwaltungen, die über einen Fahnenmast verfügen, Regenbogenfahnen zu sehen sein, kündigte die Stadt im Vorfeld an.

Die ganze Woche lang Programm

Philipp Gresch aus dem Vorstand von Schwuguntia betonte, dass die Fahne nicht nur die Werte repräsentiere, für die die Community stehe, „sondern für alle, die sich damit identifizieren.“ Wichtigstes Anliegen sei „echte Akzeptanz“. Der Verein organisiert und koordiniert die Events rund um den CSD und die Sommerschwüle.

In der gesamten Woche werden nun Veranstaltungen und Programm geboten, darunter Workshops zur Selbstverteidigung und für Drag Queens, ein Politiktalk sowie eine Dragshow am Kurfürstlichen Schloss. Am Samstag, 6. August, findet dann der Höhepunkt der CSD-Woche statt: Dann wir es eine Demonstration in der Mainzer Alt- und Neustadt sowie entlang des Rheinufers geben. Unter dem Motto „Demonstrativ Farbe bekennen“ fordert die queere Community hier gleiche Rechte, Akzeptanz und Selbstbestimmung. Eine Zwischenkundgebung mit Schweigeminute wird anschließend an der Stele für queere Opfer von Verfolgung und Gewalt abgehalten. Nach der Demo startet im KUZ und auf der Malakoff-Terrasse ein Sommerfest. Auch Einrichtungen wie die Öffentliche Bücherei – Anna Seghers beteiligen sich an der Aktion. Hier wird unter anderem zum „Lesen unter dem Regenbogen“ eingeladen.

Umstrittene Flagge in Berlin

Auf dem Reichstagsgebäude in Berlin weht die Regenbogenflagge bereits seit dem 23. Juli – und das zum ersten Mal. „Die Regenbogenflagge auf unserem Parlament – das bedeutet mir viel!“, so Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte zuvor grundsätzlich genehmigt, die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen an Dienstgebäuden des Bundes zu setzen.

Kritik zu einer ähnlichen Flagge kam vom Mainzer CDU-Vorsitzende Thomas Gerster. „Man hat schon einmal schwarz-rot-gold durch andere Farben ersetzt. Auch damals war das Ziel die Durchsetzung einer eigenen Weltanschauung. Spoiler: Es ging nicht gut“, hatte er auf Twitter gepostet – und damit eine Diskussion ausgelöst. (wir berichteten). Kurz darauf twitterte etwa Ebling: „Am 1. August werde ich um 11.30h gerne wieder die Regenbogenfahne vor dem Stadthaus in der Großen Bleiche hissen. Für alle Mainzer:innen […] das machen wir seit Jahren zu jedem #csd. Und das bleibt so. Und das ist auch gut so.“

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