„Schrille Nacht“: Zwei Hobbybrauer leben ihren Traum

Es ist der Traum eines jeden Hobbybrauers: ein Craftbeer nach eigener Rezeptur zu entwickeln. Für zwei Mainzer hat sich dieser Traum erfüllt. Sie haben für die Mainzer Craft-Beer-Messe das Indian Pale Ale „Schrille Nacht“ kreiert.

„Schrille Nacht“: Zwei Hobbybrauer leben ihren Traum

Beide heißen Simon und beide haben ein Händchen für gute Zutaten: Simon Rausch und Simon Rose, die Vorjahres-Sieger des Hobbybrauer-Wettbewerbs, dürfen das Messebier für die diesjährige Craft-Beer-Messe brauen. „Es ist ungefähr so, als würde man eine komplexe Suppe kochen“, sagt Simon Rausch. Er weiß, wovon er spricht. In seiner Freizeit ist der gelernte Elektrotechniker wahlweise Koch oder Braumeister. „Der Unterschied ist eigentlich nur, dass man beim Brauen mehr auf die Temperatur achten muss“, sagt er.

Die beiden Freunde haben sich beim letztjährigen Hobbybrauer-Wettbewerb der Craft-Beer-Messe gegen 52 Konkurrenten durchgesetzt und den ersten Preis für ihr selbstgebrautes Indian Pale Ale (IPA) erhalten. Gemeinsam mit dem Braumeister der Mainzer Brauerei Kühn Kunz Rosen dürfen sie nun das Sieger-Bier in einer professionellen Anlage brauen und auf der diesjährigen Craft-Beer-Messe als offizielles Messebier präsentieren.

Spielraum für Kreativität

Damit das Bier auch pünktlich zur Craft-Beer-Messe am 23. November präsentiert werden kann, waren die beiden Freunde am Mittwoch bei Kühn Kunz Rosen, um sich ans Werk zu machen. Entsprechend dem Thema des letztjährigen Wettbewerbs handelt es sich um ein helles Winterbier mit dem Namen „Schrille Nacht“. „Wir achten darauf, dass das Thema nicht zu eng gefasst ist, denn es soll ja auch Raum für Kreativität da sein“, sagt Sebastian Kreuser, Geschäftsführer des Messe-Veranstalters RAM-Regio Ausstellungs GmbH.

Winterliche Gewürze

„Wir wollten, dass die Gewürze den Hopfen untermalen und nicht, dass am Ende ein Super-Würzbier dabei rauskommt“ - Simon Rausch

Zur Entstehungsgeschichte des Bieres erklärt Simon Rose: „Die Idee war grundsätzlich, dass wir unser Lieblingsbier, das Indian Pale Ale, mit winterlichen Gewürzen garnieren.“ Nachdem sie zunächst mit verschiedenen Gewürzen wie Lebkuchengewürz und Anis experimentierten, entschieden sie sich schließlich für Kardamom, Piment und Piniennandeln. Kombiniert wurden die Gewürze mit dem Aromahopfen Simcoe, der laut Simon Rausch sehr gut zu den ausgewählten Gewürzen passt. „Wir wollten, dass die Gewürze den Hopfen untermalen und nicht, dass am Ende ein Super-Würzbier dabei rauskommt“, sagt er.

Was ist das Besondere an Craft-Bier?

Aber was ist eigentlich Craft-Bier und worin unterscheidet es sich von gewöhnlichem Bier? „Craft ist einfach nur das englische Wort für handwerklich. So gesehen müsste man viele fränkische Biere auch als Craft-Bier einstufen“, erklärt Hans Wägner, Braumeister bei Kühn Kunz Rosen. Viele gingen irrtümlich davon aus, dass ein Craft-Bier hopfiger sein müsse als ein Pils. „Ich mache ja auch normale Biere, die nicht so hopfig sind, aber die sind nicht weniger craftig als andere“, so Wägner.

Ob die beiden Simons sich in Zukunft professionell mit dem Bierbrauen beschäftigen werden, lassen sie noch offen. „Erstmal abwarten“, sagt Rausch. Ambitionen in diese Richtung gebe es allerdings durchaus. Auch eine professionelle Zusammenarbeit mit der Brauerei Kühn Kunz Rosen schließt er nicht aus: „Ich denke, das ist im Rahmen des Möglichen.“

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