Stehen Mainzer Großveranstaltungen vor der Absage?

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt daher vor, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Drohen jetzt der Rheinland-Pfalz-Ausstellung, dem Marktfrühstück und dem Rhein-Frühling das Aus?

Stehen Mainzer Großveranstaltungen vor der Absage?

Rund 1000 Personen haben sich mittlerweile in Deutschland mit dem Corona-Virus infiziert (Stand 9. März). In Mainz wurden bisher zwei Fälle bekannt (wir berichteten). Um jetzt weitere Neu-Infektionen zu verhindern, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfohlen, Großveranstaltungen, zu denen mehr als 1000 Besucher erwartet werden, abzusagen. Als erstes Bundesland hat nun Nordrhein-Westfalen auf die Empfehlung reagiert. So werden dort am kommenden Wochenende wohl alle Bundesligaspiele unter Ausschluss der Fans stattfinden. Davon betroffen ist auch die Partie von Mainz 05 beim 1. FC Köln (wir berichteten).

Doch wie sieht es nun mit Großveranstaltungen in Mainz aus, müssen auch diese abgesagt werden? Denn zur Rheinland-Pfalz-Ausstellung, dem Marktfrühstück und dem Rhein-Frühling, die alle in den nächsten Wochen starten, werden jeweils mehr als 1000 Besucher erwartet.

Absagen möglich

Solange es keine verpflichtenden Vorgaben vom Bund oder vom Land Rheinland-Pfalz für den Umgang mit Großveranstaltungen gibt, ist für die Stadt Mainz die Kreisverwaltung Mainz-Bingen maßgeblich. Dort treffe sich wegen des Virus täglich eine Runde zur Besprechung der aktuellen Lage, sagt Pressesprecher Bardo Faust gegenüber Merkurist. „Wir haben beziehungsweise werden von uns aus - sofern es keine vom Land vorgegebenen Verbote gibt - keine Veranstaltungen absagen.“ Je nachdem wie die Situation sei, werde man Empfehlungen aussprechen. Stand jetzt könnten also Veranstaltungen wie das Marktfrühstück oder die RLP-Ausstellung stattfinden.

Dass die RLP-Ausstellung planmäßig vom 28. März bis 5. April stattfindet, davon gehen aktuell auch die Messeveranstalter aus. Auf der Seite der Veranstaltung heißt es: „Aktuell gibt es keine behördlichen Warnungen bezüglich solcher Großveranstaltungen seitens des Gesundheitsamtes und der Stadt Mainz. Somit steht also einer erfolgreichen Durchführung der Rheinland-Pfalz Ausstellung nichts mehr im Wege.“

Das bestätigt auch noch einmal die für die Pressearbeit der Veranstaltung zuständige Sprecherin Claudia Ehry. Momentan gebe es keinen Grund für eine Absage. Dennoch stehe man im täglichen Kontakt und Austausch mit allen Behörden, um möglicherweise reagieren zu können. Grundsätzlich sei man aber zuversichtlich. „Es ist ja noch eine Weile hin, zudem ist die Ausstellung regional“, so Ehry. Internationales Publikum werde nicht erwartet.

Update:

Auf Anfrage von Merkurist äußert sich auch die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zur aktuellen Situation. „Das oberste Ziel der Landesregierung ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.“ Neben den umfangreichen infektionshygienischen Maßnahmen durch die zuständigen Gesundheitsämter, stehe vor allem die Prävention im Fokus der derzeitigen Bemühungen seitens der Landesregierung. Zahlreiche Unsicherheiten bestünden im Bereich von Veranstaltungen im öffentlichen Raum. „Gerade bei Großveranstaltungen besteht laut Robert-Koch-Institut ein erhöhtes Risiko, dass sich das Coronavirus schneller verbreitet. Damit verbunden ist auch ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Aus gesundheitspolitischer Sicht ist die Durchführung von Großveranstaltungen daher im Vorfeld besonders zu prüfen und es gilt, die konkreten Maßnahmen sorgfältig abzuwägen“, so Bätzing-Lichtenthäler. Die Entscheidung, ob diese Veranstaltungen stattfinden können, liege bei den Veranstaltern in Absprache mit den lokalen Behörden vor Ort, besonders den kommunalen Gesundheitsämtern. (rk)

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