Noch keine Klarheit: Wie lange gibt es noch kostenlose Schnelltests?

Wie geht es mit kostenlosen Schnelltests weiter? Ende Juni läuft das bisherige Schnelltest-Programm von Bund und Ländern aus, wie es weitergeht ist noch unklar. Nicht nur Bürger sehnen sich nach Klarheit - auch die Betreiber der Testzentren.

Noch keine Klarheit: Wie lange gibt es noch kostenlose Schnelltests?

Seit Anfang März setzen Bund und Länder im Kampf gegen das Coronavirus außer auf das Impfen vor allem auf kostenlose Schnelltests für die Bürger. So kann sich zum Beispiel in Rheinland-Pfalz jeder Bürger mindestens einmal in der Woche ohne zahlen zu müssen, in verschiedenen Schnelltestzentren auf das Virus testen lassen. Wer Innenräume von Gastronomien oder Theater besuchen will, muss zum Beispiel einen aktuellen Negativ-Test vorlegen können.

Derzeit sind die kostenlosen Tests nur bis zum 30. Juni vorgesehen. Doch zwei Wochen vor dem Ablauf des Angebots ist immer noch unklar, wie es mit den kostenlosen Schnelltests weitergeht. Auf Merkurist-Anfrage erklärt eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit nun: „Ob die Bürgertests weiter geführt werden, hängt von der kommenden Testverordnung des Bundes ab.“ Grundsätzlich sei das Programm jedoch zunächst nur bis zum 30. Juni vorgesehen.

Allerdings ist es gut möglich, dass nun Bewegung in die Angelegenheit kommt. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir Ihnen mitteilen, dass es einen Entwurf über eine neue Testverordnung des Bundes gibt, welche jedoch noch nicht beschlossen ist“, so die Ministeriumssprecherin weiter. Laut dem Entwurf würden die kostenlosen Schnelltests dann bis Jahresende 2021 möglich sein. Unklar ist allerdings, wann die endgültige Entscheidung dazu fällt. All zu lange jedoch dürfte es nicht mehr dauern, bis hier Klarheit herrscht.

Warum die Zeit für Schnelltest-Zentren drängt

Für die vielen Mediziner oder Apotheker, die die kostenlosen Schnelltests durchführen, drängt jedoch die Zeit. Monika Schmitz zum Beispiel muss wissen, ob sie weitere Tests für den Zeitraum nach dem 30. Juni vorbestellen soll. Sie testet momentan täglich (auch an Feiertagen und am Wochenende) vier Stunden lang Bürger in Mombach. Und das zusätzlich zu ihrem Hauptberuf als Fußpflegerin, einer Weiterbildung zur Podologin in Heppenheim und ihrem Privatleben als dreifache Mutter. Derzeit legt Schmitz die Schnelltests aus, erhält die Kosten anschließend vom Bund-Länder-Programm zurück, ebenso wie eine Aufwandsentschädigung dafür, dass sie die Tests durchführt.

Schmitz erklärt: „Als der Andrang am stärksten war, hatte ich noch 14 Mitarbeiter zur Unterstützung - die musste ich von diesem Geld bezahlen. Dazu kamen Ausgaben für Schutzausrüstung, Handschuhe oder Desinfektionsmittel.“ Trotzdem führe sie die Tests gerne durch. In Zukunft könnte ihr Job allerdings noch härter werden. Denn offenbar liegen Pläne auf dem Tisch, wonach alle Schnelltests digital erfasst werden müssten. Das Problem: Dies würde laut Schmitz einen deutlich größeren Aufwand bedeuten. Zudem wäre das Digitalvorhaben auch mit deutlich höheren Kosten für Schnelltester wie Monika Schmitz verbunden.

„Wir merken, dass die Nachfrage nach einfachen Schnelltests zuletzt deutlich gesunken ist.“ - Monika Schmitz

Und dann bleibt für sie noch die Frage: Lohnt sich das alles eigentlich noch? Schließlich gingen die Zahlen der Testwilligen immer weiter zurück. „Fahrschüler, Friseurbesucher oder Außengastro-Besucher brauchen ja keine aktuellen Tests mehr. Wir merken, dass die Nachfrage nach einfachen Schnelltests zuletzt deutlich gesunken ist“, so Schmitz. Unklar sei auch, ob die Einrichtung der Software für die Digitalerfassung der Schnelltests überhaupt noch lohnt. Bis Ende des Monats will sie auf jeden Fall weitermachen. Ab kommenden Montag (21. Juni) sogar noch mit einer zusätzlichen Teststelle am Mombacher Schwimmbad.

Weitere Informationen zu den Schnelltests von Monika Schmitz findet ihr hier.

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