Inzidenzwert steigt weiter – was sind die Gründe?

Obwohl der Juli mit niedrigen Inzidenzwerten begann, deutet der Trend nun wieder auf steigende Zahlen hin. Doch was sind die Gründe dafür und wie gut schützen Impfungen vor der neuen Delta-Variante?

Inzidenzwert steigt weiter – was sind die Gründe?

Noch zu Beginn des Julis schien es, als würde das Coronavirus in Mainz nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. In der ersten Juliwoche bewegte sich der Inzidenzwert zwischen 5,5 und 7,3. Doch seit Tagen steigt der Wert in Mainz wieder an – deutlich. Für den Freitag (23. Juli) veröffentlichte das Landesuntersuchungsamt (LUA) einen Inzidenzwert von 25,1 für Mainz. Doch nicht nur hier sind steigende Werte zu beobachten.

Auf Anfrage von Merkurist erklärt eine Sprecherin des Landkreises Mainz-Bingen, der für das Gesundheitsamt zuständig ist: „Der aktuelle Anstieg ist zurzeit bundesweit zu verzeichnen. Dieser steht vermutlich mit den vergangenen Lockerungen im Zusammenhang.“ Ein großer Infektionsausbruch kann in Mainz nicht vermeldet werden, stattdessen beobachte man Ansteckungen zum Beispiel auf Partys, in Familien oder auch bei Reiserückkehrern. Und besonders diese Gruppe könnte dafür sorgen, dass das Infektionsgeschehen weiter zunimmt: „Reiserückkehrer stellen bereits zum jetzigen Zeitpunkt einen wesentlichen Teil der Neuinfektion dar und es ist zu befürchten, dass mit der Rückreisewelle zum Ferienende auch hier die Inzidenzen wieder deutlich steigen.“

Delta-Variante setzt sich durch

Dies gelte im übrigen nicht nur für die Stadt Mainz selbst, sondern auch für den Landkreis Mainz-Bingen. Auch hier steigt die Inzidenz langsam wieder an. Anfang des Monats gab es noch einen Wert von 0,9 zu vermelden, inzwischen (Stand 23. Juli) liegt die Inzidenz aber bei 10,9. Klar ist mittlerweile, dass die sogenannte Delta-Variante den größten Teil der Neuinfektionen ausmacht. Laut LUA waren bereits am 12. Juli 90 Prozent der Neuinfektionen in der Stadt Mainz auf die neue Virusmutation zurückzuführen. Die Dunkelziffer könnte dabei noch höher liegen. „Es werden regelhaft mindestens fünf Prozent der Proben untersucht, daneben gibt es Sonderauswertungen und Studien, aber letztlich wird nur ein Teil der Proben hinsichtlich einer Mutation untersucht“, erklärt die Landkreis-Sprecherin.

Fraglich bleibt, wie gut Impfungen oder eine überstandene Corona-Infektion vor einer erneuten Corona-Erkrankung schützen. Zumindest 80 vollständig geimpfte Personen haben sich im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mainz-Bingen in den vergangenen Monaten mit Corona infiziert. Der größte Teil der Infizierten (68 Fälle) hatte zuvor eine zweifache Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech erhalten. Jeweils drei Infizierte bekamen den Moderna- beziehungsweise den Johnson & Johnson-Impfstoff verabreicht. Fünf Infizierte hatten vor der Infektion den Impfstoff von Astrazeneca erhalten und einer eine Kombination aus Astrazeneca- und Biontech-Stoffen.

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in einem Positionspapier mitteilte, sei die Impfung dennoch weiterhin einer der wichtigsten Bausteine im Kampf gegen die Pandemie. Die 80 Infizierten trotz Zweifachimpfung sind zudem in einem Zeitraum von nun sechs Monaten festgestellt worden. Und das im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Gesundheitsamtes Mainz-Bingen, das immerhin 430.000 Menschen beinhaltet.

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