Delta-Variante: Warum die niedrigen Fallzahlen in Mainz trügerisch sind

Die Coronavirus-Variante Delta ist derzeit in Europa auf dem Vormarsch. Besonders viele Fälle wurden in Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen bisher nicht nachgewiesen, doch die Zahlen trügen.

Delta-Variante: Warum die niedrigen Fallzahlen in Mainz trügerisch sind

Trotz laufender Impfungen bereitet die Verbreitung der sogenannten Delta-Variante des Coronavirus Wissenschaftlern Sorgen. Im Mai stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Virusvariante als „besorgniserregend“ ein, denn offenbar verbreitet sie sich schneller als andere bisher bekannte Virus-Varianten. Unklar bleibt, ob sie mehr schwere und damit auch tödlichere Verläufe herbeiführt und wie gut Impfstoffe vor ihr schützen können.

So ist die Lage in Mainz und im Landkreis

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mainz-Bingen wurden bislang (stand Freitag, 2. Juli) 48 Fälle der Virus-Variante nachgewiesen. Davon 13 Fälle im Landkreis Mainz-Bingen und 35 Fälle im Mainzer Stadtgebiet, wie ein Sprecher des Landkreises auf Merkurist-Anfrage erklärt. Die allermeisten dieser Fälle (32) wurden im Monat Juni registriert.

Doch diese Zahlen dürften aller Wahrscheinlichkeit zu niedrig sein. Denn nach der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV) werden turnusmäßig nur rund fünf Prozent aller positiven Corona-Proben auf die Delta-Variante unterucht, wie der Sprecher weiter erklärt. Die Dunkelziffer der Infektionen mit der Delta-Variante dürfte also auch in Mainz und im Landkreis deutlich höher liegen.

Delta-Variante könnte sich durchsetzen

Laut aktuellen Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts liegt der bundesweite Anteil der Delta-Neuinfektionen beispielsweise schon bei 37 Prozent. Beim Gesundheitsamt Mainz-Bingen geht man davon aus, dass sich die Delta-Variante auch in Mainz bald ganz durchsetzen wird: „Grundsätzlich gibt es zunehmend Nachweise der Deltavariante, vermutlich wird Delta die derzeit noch vorherrschende Variante Alpha verdrängen, ebenso wie - beginnend ab Februar 2021 - der ‘Wildtyp’ durch Alpha verdrängt wurde.“

Momentan beobachte man das Infektionsgeschehen besonders im Hinblick auf Virusmutationen sehr genau, so der zuständige Sprecher des Gesundheitsamtes. Konkreten Anlass zur Sorge scheint man jedoch nicht zu haben: „Derzeit ist trotz zunehmender Verbreitung von Delta auch in der hiesigen Region die Inzidenz stark fallend.“ Dennoch wisse man um die Gefahren der Delta-Variante.

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