Überfüllte Schwimmbäder: Wie die Betreiber reagieren

Am letzten Wochenende bildete sich vor dem Mombacher Schwimmbad eine lange Schlange. Lag das daran, dass das Freibad keine E-Tickets anbietet? Verwaltungsleiter Alexander Brauer sieht das nicht so.

Überfüllte Schwimmbäder: Wie die Betreiber reagieren

Es war heiß am letzten Wochenende. In den Freibädern in und um Mainz suchten entsprechend viele Menschen Abkühlung. Das Taubertsbergbad und das Mombacher Schwimmbad waren zeitweise ausgebucht - und das machte sich vor der Tür bemerkbar. Leser Charlie schreibt, dass das Bad bis zum Rand voll gewesen sei, vor der Tür habe es lange Warteschlangen gegeben. Nicht alle hätten sich an die Maskenpflicht gehalten. Lassen sich solche Schlangen vermeiden?

Die meisten Freibäder in Mainz und Umgebung haben in der Corona-Zeit ein E-Ticketsystem eingeführt. Wer ins Schwimmbad will, muss vorab online ein Ticket buchen. Anders kommt man nicht hinein. Dadurch sollen die geltende Einlassbegrenzung wegen Corona eingehalten und lange Schlangen vermieden werden. Im Taubertsbergbad und im Rheinhessen-Bad in Nieder-Olm scheint das grundsätzlich zu funktionieren. „Das Online-Ticketsystem federt das gut ab“, sagt Michael Theurer von der Mainzer Mobilität über das System im Taubertsbergbad. Annette Hambach-Spiegler vom Rheinhessen-Bad bestätigt das.

Mombacher Schwimmbad bietet bewusst keine E-Tickets an

Das Mombacher Schwimmbad hingegen bietet keine E-Tickets an. Stattdessen muss man sein Ticket vor Ort an der Kasse bezahlen. Und dafür hat sich das Team vollkommen bewusst entschieden. „Wir haben zum einen viele Besucher, die keinen Internetzugang haben“, erklärt Alexander Brauer, Verwaltungsleiter des Mombacher Schwimmbads, die Entscheidung. „Und zum anderen möchten sich viele Menschen spontan dazu entscheiden, ins Schwimmbad zu gehen und nicht Tage im Voraus.“

„Es war der erste richtig heiße Tag im Jahr, jeder wollte natürlich ins Schwimmbad.“ - Alexander Brauer, Mombacher Schwimmbad

In den meisten Fällen sei das Schwimmbad auch in Corona-Zeiten nicht vollkommen ausgelastet. Aktuell darf es anstatt 7500 Gäste nur 2850 einlassen. Das ist weit mehr als die anderen Schwimmbäder. In das Taubertsbergbad dürfen aktuell 1037 Badegäste gleichzeitig gehen, in das Rheinhessen Bad 600. Die lange Schlange am Wochenende sei demnach ein Einzelfall gewesen. „Es war der erste richtig heiße Tag im Jahr, jeder wollte natürlich ins Schwimmbad“, sagt Brauer. Mehrere Mitarbeiter hätten vor Ort die Einhaltung der Maskenpflicht kontrolliert und den Menschen empfohlen, ein andermal zu kommen. Einige wären daraufhin gegangen, andere hätten gewartet. In den Tagen darauf wäre es aber schon nicht mehr zu solch langen Schlangen gekommen, was auch Leser Charlie bestätigt:


Und: Auch die Schwimmbäder mit E-Ticketsystem kommen gerade an sehr heißen Tagen dann doch nicht ganz ohne Schlange vor der Tür aus. Sowohl vor dem Rheinhessen-Bad als auch vor dem Taubertsbergbad würden sich vor allem zum Slotbeginn und zu Stoßzeiten auch mal Schlangen bilden, wenn das Wetter gut ist. „Wenn mehrere hundert Besucher gegen 15 Uhr kommen, kann es auch mal etwas dauern, bis alle eingelassen werden können“, sagt Theurer vom Taubertsbergbad. Das lasse sich auch mit E-Ticketsystem kaum vermeiden.

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