Werden die Mainzer langsam masken-müde?

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, gilt seit einigen Monaten eine Maskenpflicht. Ob sich die Leute daran halten, überprüft das Ordnungsamt bei regelmäßigen Kontrollen. Sind die Mainzer zuletzt masken-müde geworden?

Werden die Mainzer langsam masken-müde?

„Ich schütze dich, du schützt mich“ - mit diesem Slogan hat das Land Rheinland-Pfalz Ende April die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie beim Einkaufen im Einzelhandel eingeführt. Die Mund-Nasen-Bedeckung soll verhindern, dass sich das Coronavirus ausbreitet. Bei fehlender oder nicht korrekt getragener Maske soll das Bußgeld nun sogar von 10 auf 50 Euro steigen (wir berichteten).

So stellte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in der vergangenen Woche klar: „Bei Menschen, die sich rücksichtslos verhalten und andere gefährden, sind wir konsequent: Wer gegen die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstößt, dem droht ein Bußgeld.“ Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine eindeutige Meinung zu den Maskenverweigerern: „Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden.“

Doch wie sieht es aktuell in Mainz aus, halten sich die Mainzer an die Maskenpflicht? Leser Willi bewertet die aktuelle Situation in der Stadt eher kritisch. Es werde sich kaum noch um die Einhaltung der Maskenpflicht gekümmert. Alle ließen es bis zum nächsten Lockdown laufen, meint er. Damit löst er gleichzeitig eine heftige Diskussion unter den Lesern aus:

Genauso sieht es unter anderen Leserin Petra: „Habe noch nirgends erlebt, dass Kunden ohne Masken in Geschäften laufen.“ Doch es gibt auch Leser, die genau das Gegenteil beobachtet haben. So schreibt Teo: „Also manchmal sieht man das schon, dass Kunden ohne Mundschutz reinlaufen, aber es kommt häufiger vor, dass das Personal keine Maske trägt“. Und Leserin Maria kommentiert: „Das kann ich vollauf bestätigen, hauptsächlich in Supermärkten und Lebensmittelläden - Personal wie auch Kunden.“

Was Kontrollen des Ordnungsamts ergeben

Doch wie sieht es nun tatsächlich in Mainz aus? Wie die Stadt mitteilt, habe das Ordnungsamt (OA) in der vergangenen Woche intensiv kontrolliert. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die meisten Menschen an die geltenden Hygiene-Regeln hielten. Allerdings wurden auch einige Verstöße registriert: So wurden in der Gastronomie insgesamt zehn Fälle, hauptsächlich im Wartebereich festgestellt. Auch der Mainzer Wochenmarkt sei einer Kontrolle unterzogen worden. Die Mitarbeiter des OA stellten dabei fest, dass der überwiegende Teil der Kunden sowie der Beschicker die Mund-Nase-Bedeckung trug. Allerdings musste auch hier in insgesamt 14 Fällen ein Verstoß gegen die Hygieneregeln geahndet werden.

Auch in den Mainzer Bussen habe das OA Kontrollen durchgeführt, so die Stadtverwaltung. Hier wurden insgesamt sieben Verstöße registriert, die betreffenden Personen mündlich verwarnt. Bei einer weiteren Kontrolle von Einzelhandelsgeschäften wurden sowohl Kunden als auch ein Inhaber angetroffen, die zum Zeitpunkt der Kontrolle keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen. Hier wurden fünf Verstöße festgestellt. Wie die Stadt weiter mitteilt, werde das OA in unregelmäßigen Abständen an den bekannten Örtlichkeiten weiterhin kontrollieren und - sofern notwendig - Verwarngelder erheben und Bußgeldverfahren einleiten.

Situation in Supermärkten und bei Discountern

Auch Supermarktketten sowie Discounter sind dazu angehalten, die Maskenpflicht zu kontrollieren und umzusetzen. So teilt „Real“ auf Anfrage mit, „dass sich die deutlich überwiegende Zahl unserer Kunden an die Vorschriften zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen hält“. Kunden, die sich grundlos nicht an diese Regelungen halten, müsse man den Zutritt zum Markt verweigern oder sie auffordern, diesen umgehend wieder zu verlassen. Erfreulicherweise sei dies bisher nur bei einer sehr geringen Zahl von Kunden nötig gewesen. Sollten Mitarbeiter ihre Masken nicht korrekt tragen, würden sie selbstverständlich darauf hingewiesen und gebeten, dies zu korrigieren, so „Real“.

Ähnlich ist es beim Discounter „Lidl“. „Wir stellen unseren Mitarbeitern Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung und weisen darauf hin, dass diese während der Arbeit zu tragen sind.“ Auch Kunden würden am Eingang der Filiale auf Plakaten informiert, dass Mund und Nase bedeckt sein müssen, schreibt das Unternehmen auf Anfrage. „Edeka“ teilt mit, dass der Inhaber oder Marktleiter Sorge dafür zu tragen habe, „dass seine Fläche nicht zu einer Gefahrenfläche wird, weil Kunden sich nicht an die Maskenpflicht halten“. Somit seien die Markt-Mitarbeiter angehalten, Kunden anzusprechen, die den Markt ohne Mund-Nasen-Bedeckung betreten.

Etwas anders sieht es bei der Fastfoodkette „McDonald’s“ aus. Dort haben es die Mitarbeiter gelegentlich schwerer, die Maskenpflicht durchzusetzen. So schreibt das Unternehmen auf Anfrage von Merkurist, dass „es einen geringen aber gerade für unsere Kollegen in den Restaurants spürbaren Anteil von Gästen gibt, bei denen es zu Diskussionen kommt.“ Dies habe unterschiedliche Ursachen, wie etwa fehlendes Verständnis für die Maßnahmen. Für genau diese Fälle seien die Mitarbeiter entsprechend geschult, um im Dialog deeskalierend auf den Gast einzuwirken, so „McDonald’s“.

Korrektes Tragen der Maske

Wie man seine Maske nun korrekt trägt, darauf weist das Gesundheitsamt Mainz-Bingen noch einmal hin: „Die Schutzmaske muss Mund und Nase für eine ausreichende Wirkung komplett abdecken und an den Wangen möglichst dicht abschließen. Der Mund-Nasen-Schutz sollte am Ende so gut anliegen und fixiert sein, dass man den Sitz nicht mehr korrigieren muss. Auch wenn man den Kopf dreht oder spricht sollte er nicht verrutschen oder stören. So bietet die Maske Schutz vor Tröpfchen und man verhindert Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen.“ (df)

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