Warum sind Solarien und Tattoostudios in Hessen offen, in Rheinland-Pfalz aber nicht?

Solarien, Tattoostudios und Massagesalons dürfen seit Montag in Hessen wieder öffnen – in Rheinland-Pfalz hingegen nicht. Doch warum ist das so?

Warum sind Solarien und Tattoostudios in Hessen offen, in Rheinland-Pfalz aber nicht?

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“ – so heißt es in Artikel 20 des Grundgesetzes. Und vor allem der Bundesstaat wird in der aktuellen Krise deutlich: Denn jedes Land hat seine eigenen Corona-Regeln. Im Nachbarland Hessen dürfen seit Anfang der Woche etwa Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios öffnen sowie Friseure, Massagepraxen und Solarien (Merkurist Wiesbaden berichtete).

In Rheinland-Pfalz ist es anders: Hier haben zwar seit Montag Friseure und Fußpflege-Salons wieder geöffnet; Tattoostudios, Massagepraxen und Solarien bleiben aber weiterhin geschlossen. Für die Mainzer Geschäfte bedeutet das also weitere Tage ohne Einnahmen, während die Kunden auf die andere Rheinseite fahren. Doch warum gibt es diese Unterschiede der beiden Bundesländer bei ähnlichen Infektionszahlen?

Kein Mindestabstand

Eine Sprecherin der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei schreibt, dass „Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden kann“, geschlossen bleiben. Das seien insbesondere Tattoostudios, Piercingstudios, Nagelstudios, Kosmetiksalons und Massagesalons.

Zwar seien Friseure und Fußpflegeeinrichtungen davon ausgenommen, aber: „Eine möglichst kurze Verweildauer und möglichst geringfügige Unterschreitung des Mindestabstands in den geöffneten Einrichtungen sind dabei anzustreben.“ Warum aber Friseure geöffnet haben, Tattoostudios hingegen nicht, wird aus der Antwort nicht deutlich. Offensichtlich sieht die rheinland-pfälzische Regierung erstere als derzeit notwendiger an.

Doch es gibt Hoffnung für Mainzer Tattoostudios und Solariumbetreiber: Am morgigen Mittwoch könnten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder neue Lockerungen beschließen. Weitere Themen, die auf der Agenda stehen: Kindertagesstätten, Schulen und Sport. (mo)

Logo