Warum in Mainzer Kitas keine Testpflicht kommt

Kontaktbeschränkungen, Masketragen, Abstand halten: In Kitas ist es besonders schwierig, Maßnahmen einzuhalten. Tests könnten helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und die Verbreitung einzudämmen. Doch auch das ist nicht so einfach.

Warum in Mainzer Kitas keine Testpflicht kommt

In Mainz sind am Montag die Kindergärten und Schulen wieder gestartet, tausende Kinder sind zurück aus den Weihnachtferien bei den Verwandten. Während in allen Schulen die Kinder auf eine Covid-19-Infektion hin getestet wurden, sind Kita-Kinder von der Testpflicht weiterhin ausgenommen. Denn Antigen-Tests sind im frühkindlichen Bereich weiterhin freiwillig, die Eltern müssen explizit einem Test zustimmen. Daher fordert der Kita-Fachkräfteverband RLP nun, auch angesichts der fortschreitenden Omikron-Variante, eine Testpflicht auch in Kindergärten einzuführen.

Gut anwendbare Methoden

„Die meisten unserer Kinder sind jünger als fünf Jahre alt und können daher nicht geimpft werden. Abstand halten ist in einer Kita unmöglich, Maske tragen im Umgang mit jungen Kindern, die auf Mimik angewiesen sind, schwierig“, heißt es von Seiten des Verbands. „Was bleibt, sind Kontaktbeschränkungen durch die Bildung fester Gruppen und regelmäßige Testungen mit Methoden, die auch bei Kleinkindern gut anwendbar sind.“ In den meisten Kitas werden Lolli-Tests angeboten: Die Kinder lutschen 30 Sekunden lang an einem Tupfer wie an einem Lolli. Diese Art von Speicheltest sei „leicht durchzuführen und sorgt daher für eine hohe Akzeptanz bei den Kindern“, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Dennoch lehnen es immer noch viele Eltern ab, ihre Kinder testen zu lassen.

Der rheinland-pfälzische Fachverband befürchtet sogar, dass Kindergärten wieder schließen müssten, wenn Infektionen nicht frühzeitig erkannt und größere Ausbrüche vermieden werden. In Bayern, Baden-Württemberg und Berlin besteht nun eine Testpflicht auch für Kindergartenkinder. Der Verband fordert daher eine bundesweit einheitliche Teststrategie in den Kitas.

Bildungsministerium gegen Testpflicht

Doch das rheinland-pfälzische Bildungsministerium lehnt, anders als in Schulen, eine Testpflicht in Kindergärten weiterhin ab. „Das Land hält es nicht für das richtige Mittel, Kita-Kinder zu regelmäßigen Tests zu verpflichten, und setzt bei den anlasslosen Testungen von Kita-Kindern auf Freiwilligkeit“, zitiert die Deutsche Presseagentur eine Sprecherin des Ministeriums.

Was befürchtet wird: Eltern, die ihre Kinder nicht testen lassen wollen, würden dann ihre Kinder gar nicht mehr in den Kindergarten schicken. Diese seien dann „vom Angebot der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung ausgeschlossen“. Und im Falle einer Infektion gelten ja bereits klare Regeln für Testpflicht und Quarantäne.

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