Vor diesen Herausforderungen stehen Brautpaare in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise betrifft gerade alle Bereiche des Lebens. Auch Mainzer Brautpaare stellt die aktuelle Situation vor besondere Herausforderungen. Welche das sind, erzählt eine Braut im Merkurist-Gespräch.

Vor diesen Herausforderungen stehen Brautpaare in Zeiten von Corona

Mit der Familie und den Freunden gemeinsam den schönsten Tag im Leben feiern - so stellen sich das wahrscheinlich viele Mainzer Brautpaare vor. Doch wer in Zeiten von Corona standesamtlich heiraten will, muss auf seine Hochzeitsgesellschaft im Trausaal verzichten. Außer dem Standesbeamten dürfen wegen der Vorsichtsmaßnahmen keine weiteren Personen bei der Trauung anwesend sein.

Paare stehen vor Terminproblemen

Die Mainzerin Anna wollte eigentlich im April ihren Freund standesamtlich heiraten - im Beisein der beiden Familien. Das war schon lange geplant. Wegen der aktuellen Situation wurden diese Pläne jedoch durchkreuzt. Ursprünglich hatten sich Anna und ihr Partner im November für die Hochzeit angemeldet, was nun zum Problem wird. Denn nachdem sich ein Brautpaar für die standesamtliche Hochzeit angemeldet hat, kann es nur innerhalb von sechs Monaten einen Termin für die Trauung ausmachen. So hätten sie ihren Termin nur bis zum Mai verschieben können.

Beide planten schließlich um, um dann zunächst vor einem weiteren Problem zu stehen. „Wir wollten unseren Termin dann in den Sommer legen, da sagte man uns aber, dass wir uns dafür erneut anmelden müssen.“ Und auch ein weiteres Mal die Gebühren dafür bezahlen.

OB Ebling kommt Brautpaaren entgegen

Hilfe kommt nun aber vom Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Wie ein Pressesprecher der Stadt Mainz auf Merkurist-Anfrage erklärt, gebe es einen Unterschied, ob ein Paar seine Ehe nur verschiebt oder absagt. „Oberbürgermeister Michael Ebling hat entschieden, dass die Anmeldegebühr nicht nochmals gezahlt werden muss, wenn das Paar den Termin nur verschiebt.“ Für Paare, die ihre Trauung ganz absagen, gelte diese Ausnahme nicht.

Doch auch wenn ihr die Gebühr erlassen wurde, eine Sache stört Anna dennoch: „Es ist sehr viel Papierkram. Alle Dokumente, die wir schon beim ersten Mal eingereicht hatten, müssen wir auch jetzt noch einmal vorlegen. Auch für eine Unterschrift müssen wir erneut persönlich aufs Standesamt gehen.“

Hochzeit verschoben

Anna und ihr Freund haben sich inzwischen dagegen entschieden, noch in diesem April zu heiraten. „Wir wollten im engen Kreis standesamtlich heiraten - mit unseren Familien. Das können wir so aber nicht.“ Ihre kirchliche Hochzeit haben sie vorsichtshalber schon ins nächste Jahr verschoben. „Wir sind auch sehr dankbar, dass unsere Dienstleister so verständnisvoll waren. Wir haben den Termin in Absprache mit ihnen verschoben und nicht abgesagt. Das hat wirklich gut funktioniert.“

Doch wie fühlt es sich an, dass die Hochzeit jetzt nicht wie geplant stattfinden kann? „Es ist echt schade. Es ändert sich ja deswegen zwischen uns als Paar nichts, aber es ist einfach schade, weil man sich selbst und auch die Verwandten so darauf gefreut haben.“ Ein bisschen Hoffnung hat sie aber trotz der Ungewissheit immer noch: „Ich würde mir wünschen, dass die standesamtliche Trauung in dem kleinen Rahmen, so wie wir es geplant haben, im Sommer doch noch stattfinden kann.“ (ms/mm)

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