Steigende Inzidenzen in Mainzer Kitas: So ist aktuell die Lage

Omikron treibt die Inzidenzen weiter in die Höhe, betroffen sind aktuell vor allem die Jüngeren. Dennoch können die Kinder in Rheinland-Pfalz bereits am Folgetag wieder in die Kita gehen. Warum gibt es keine strengeren Regelungen?

Steigende Inzidenzen in Mainzer Kitas: So ist aktuell die Lage

Die Inzidenzen steigen, vor allem Kinder und Erzieher in den Kitas sind betroffen. Zwischen dem 25. Januar und dem 1. Februar, also kurz vor Aufhebung der Quarantäneregelung für Kita-Kinder in Rheinland-Pfalz, wurden in Mainz 19 Mitarbeiter und 47 Kinder positiv getestet. Alle Kontaktpersonen mussten daraufhin in Quarantäne, 64 Gruppen in 34 Kitas waren betroffen. Das teilt die Stadt Mainz auf Anfrage mit.

Deutschlandweit legt die Omikron-Welle Kitas lahm. Keine andere Berufsgruppe setzt sich täglich einer so großen Anzahl an Ungeimpften aus, selbst dreifach geimpfte Erzieher erkranken und fallen damit aus. Die Belastung des sowieso schon unterbesetzten Fachpersonals steigt weiter, in den Einrichtungen mangelt es immer wieder an Betreuern. Und trotz der Forderungen von Seiten der Eltern- und Erzieherverbände gibt es weiterhin keine Testpflicht in den Kindergärten. Anders als bei Schulkindern, die sich drei mal pro Woche auch ohne Anlass testen müssen.

In vielen Kitas wird gar nicht getestet

Erst am Mittwoch gingen Erzieher und Eltern in Mainz gemeinsam auf die Straße. Zu einer Kundgebung vor dem Landtag hatte der Kita-Fachkräfteverband Erzieher aus Rheinland-Pfalz aufgerufen, gegen die aktuellen Corona-Regeln zu demonstrieren. Hauptkritikpunkt war die fehlende Teststrategie. Zudem liegt es in der Verantwortung der Träger einer Einrichtung, sich um das Testangebot zu kümmern, es zu organisieren und durchführen zu lassen. Die Folge: In vielen Kitas werde überhaupt nicht getestet.

Hinzu komme die Abschaffung der verpflichtenden PCR-Tests im Fall einer Infektion für alle Kinder einer Gruppe. Seit dem 31. Januar gilt: Sobald eine Infektion in der Kindertagesstätte auftritt, müssen sich alle Kinder und Mitarbeiter der betroffenen Gruppe und Kohorte zwar zunächst absondern. Doch die Quarantäne kann bereits am Tag nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person mit negativem Schnelltest beendet werden. Tritt hingegen in der Schule eine Infektion auf, müssen sich die Mitglieder der Lerngruppe an den darauf folgenden fünf Schultagen testen, wenn auch per Selbsttest.

„Durchseuchung ohne Plan und Schutz“

Der Kita-Fachkräfteverband fordert im Prinzip genau das. Denn die Inkubationszeit, so die Kritik, könne nach einer Infektion mehrere Tage dauern, ein einzelner Test direkt am Tag des Kontakts sei daher nicht ausreichend und gefährde die Sicherheit sowohl von Erziehern als auch Kindern und deren Familien. „Durchseuchung ohne Plan und Schutz“ nannte es der Verband während der Kundgebung.

Wie bei der Stadt Mainz zu erfahren ist, werden zumindest in allen der 61 städtischen Kitas regelmäßige Tests auf freiwilliger Basis vor Ort angeboten. „In Ergänzung zu den bisherigen Hygienemaßnahmen wurden 2021 für die Gruppenräume aller städtischen Kindertagesstätten mobile Luftfilteranlagen angeschafft und aufgestellt und darüber hinaus auch die 3G-Regelung konsequent umgesetzt“, so Ellen König, Pressesprecherin der Stadt. Demnach werde das Angebot auch „rege“ angenommen. Daten zum genauen Anteil der getesteten Kinder würden aber nicht vorliegen.

Der oft vorgetragene Wunsch nach festen Gruppen sei zwar nachvollziehbar, so König, doch in der Praxis schwierig umsetzbar: „In circa der Hälfte der städtischen Kitas gelingt es, ein überwiegend festes Gruppensetting ohne Änderung von Betreuungszeiten umzusetzen, da dort die personellen Ressourcen zur Verfügung stehen.“ Gemeinsam mit den Kitaleitungen überlege die städtische Abteilung Kindertagesstätten regelmäßig, wie ein „pandemiegerechter Kitabetrieb unter Berücksichtigung aller verfügbarer Ressourcen“ möglich sein könne. Wegen der veränderten Landesgesetzgebung würden feste Gruppen nun zunehmend umgesetzt werden, mit eingeschränkten Betreuungszeiten „insbesondere in den Randzeiten des Früh- und Spätdienstes“.

Welche Maßnahmen in den Kitas getroffen werden, könne die jeweilige Leitung vor Ort „immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“ individuell überlegen, mit dem Elternausschuss erarbeiten und umsetzen. Gleiches gelte auch für Kitas in freier Trägerschaft. Die Stadt biete ihnen dazu durch die zuständige Fachberatung Rat und Unterstützung an.

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