So funktioniert das neue 2G-Modell in Rheinland-Pfalz

Neue Verordnung tritt am Sonntag in Kraft

So funktioniert das neue 2G-Modell in Rheinland-Pfalz

Was sich schon angedeutet hatte, wird ab Sonntag Realität: Rheinland-Pfalz bekommt in der Corona-Pandemie nun auch ein „2G“-Modell für Geimpfte und Genesene. Zudem werden komplett neue Warnstufen eingerichtet, die sich nicht mehr nur nach der Inzidenz richten (wir berichteten). Doch wie genau funktionieren die neuen Regelungen, die ab Sonntag gelten? Das haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Dienstag bekanntgegeben.

Drei Leitindikatoren

Zu dem bekannten Leitindikator Sieben-Tage-Inzidenz kommt der Leitindikator Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Wert hinzu. Das heißt: die Zahl der Hospitalisierungsfälle mit Corona-Erkrankung je 100.000 Einwohner im Durchschnitt der letzten sieben Tage. Der Wert bezieht sich auf ein Versorgungsgebiet gemäß Krankenhausplan des Landes Rheinland-Pfalz. Ein „Hospitalisierungsfall“ ist jede Person, die sich in Bezug auf die Corona-Erkrankung in einem Krankenhaus in stationärer Behandlung befindet. Als dritter Leitindikator kommt der Anteil Intensivbetten hinzu. Dieser bestimmt sich nach dem prozentualen Anteil der mit Corona-Erkrankten belegten Intensivbetten an der Intensivbettenkapazität innerhalb des Landes.

Die aktuellen Werte dieser drei Leitindikatoren werden auf der Internetseite des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Sollten in einem Kreis an drei aufeinander folgenden Werktagen jeweils zwei der drei Leitindikatoren eine bestimmte Schwelle überschreiten, so gilt ab den folgenden Tagen eine neue Warnstufe. Die genauen Grenzwerte werden in der neuen Corona-Verordnung ab Sonntag zu finden sein. Es gibt insgesamt drei Warnstufen, die unterschiedliche Regeln für viele Bereiche vorsehen.

Die Änderungen der neuen Corona-Verordnung mit 2G-Modell

Testpflicht, „geimpfte Person“ und „nicht-immunisierte Person“: Ist eine Testpflicht vorgeschrieben, gilt diese nun nicht für Kinder bis einschließlich 11 Jahre und weiterhin nicht für Schüler. Hintergrund sind die in Schulen regelmäßig stattfindenden Tests und das damit bereits erreichte hohe Schutzniveau. Kinder bis einschließlich 11 Jahre werden Geimpften und Genesenen gleichgestellt.

Aufenthalt im öffentlichen Raum: Dieser ist mit maximal 25 Personen zulässig, wobei Geimpfte, Genesene und Kinder bis einschließlich 11 Jahre nicht mitgezählt werden. Bei Warnstufe 2 reduziert sich die Personenanzahl auf zehn, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Veranstaltungen

Die bisherige Unterscheidung zwischen kleinen Veranstaltungen (innen 350 Personen, außen 500 Personen) und großen Veranstaltungen (bis 5000 Personen bei Inzidenz unter 35) entfällt. Es wird nur noch zwischen Innen und Außen unterschieden. Es wird sowohl für den Innenbereich als auch für den Außenbereich die jeweils zulässige Zuschauerzahl an nicht-immunisierten Personen festgelegt, die von der geltenden Warnstufe abhängig ist. Über diesen Personenkreis hinaus können allerdings bei allen Veranstaltungen eine beliebige Anzahl an geimpften oder genesenen Personen und Kindern bis 11 Jahre teilnehmen. Nur bei Veranstaltungen im Freien ohne feste Plätze ist die Gesamt-Personenzahl auf 25.000 gedeckelt.

Veranstaltungen innen: Bei Warnstufe 1 sind bis zu 250 nicht-immunisierte Personen zulässig. Bei Erreichen der Warnstufe 2 reduziert sich die zulässige Personenanzahl der nicht-immunisierten Personen auf 100, bei Warnstufe 3 auf 50. Es gilt immer die Pflicht zur Kontakterfassung. Es gelten je nach Wahl des Veranstalters das Abstandsgebot oder die Maskenpflicht.

Veranstaltungen außen: Bei Veranstaltungen im Freien mit festen Plätzen sind bei Warnstufe 1 bis zu 1000 nicht-immunisierte Personen erlaubt. Bei Erreichen der Warnstufe 2 reduziert sich die Zahl auf 400, bei Warnstufe 3 auf 200. Bei Veranstaltungen im Freien ohne feste Plätze sind bei Warnstufe 1 bis zu 500 nicht-immunisierte Personen zulässig. Bei Erreichen der Warnstufe 2 reduziert sich die Zahl auf 200, bei Warnstufe 3 auf 100.

Es gilt bei allen Veranstaltungen für nicht-immunisierte Personen die Testpflicht sowie für den Innenbereich die Pflicht zur Kontakterfassung und die Vorausbuchungspflicht. Nach Wahl des Veranstalters gilt entweder das Abstandsgebot oder die Maskenpflicht. Bei einer festen Bestuhlung oder einem festen Sitzplan können die Plätze nach dem Schachbrett-Muster vergeben werden.

Bei Veranstaltungen, bei denen die Anzahl der nicht-immunisierten Personen nicht mehr als 25 beträgt (und sonst nur Genesene, Geimpfte oder Kinde bis 11 teilnehmen), entfallen Abstandsgebot und Maskenpflicht. Die übrigen Schutzmaßnahmen (vor allem Testpflicht) bleiben bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen. Ausnahmengenehmigungen kann die zuständige Behörde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erteilen.

Gastronomie: Im Innenbereich gilt für nicht-immunisierte Personen immer die Testpflicht. Sind in einem Lokal nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen gleichzeitig anwesend (und sonst nur Genesene, Geimpfte und Kinder bis 11), entfallen Abstandsgebot und Maskenpflicht, die übrigen Schutzmaßnahmen (vor allem Testpflicht) bleiben aber bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Diskotheken und Clubs: Für Diskotheken und Clubs sind keine gesonderten Regeln in der neuen Verordnung mehr vorgesehen. Es gelten die Regeln, die auch im sonstigen Veranstaltungsbereich gelten.

Religion: In geschlossenen Räumen gilt außer dem Abstandsgebot durchgehend die Maskenpflicht. Nehmen an Gottesdiensten o.ä. in geschlossenen Räumen nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen teil, entfallen Abstandsgebot und Maskenpflicht, die übrigen Schutzmaßnahmen bleiben bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Zahl auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Arbeits- und Betriebsstätten: Nicht-immunisierte Personen, die mindestens fünf Werktage hintereinander wegen Urlaub o.ä. nicht gearbeitet haben, unterliegen der Testpflicht.

Körpernahe Dienstleistung: Es gilt für nicht-immunisierte Personen die Testpflicht. Ausnahme: Dienstleistungen aus medizinischen Gründen, Rehabilitationssport und Funktionstraining.

Hotels: Für Gäste von Einrichtungen des Beherbergungsgewerbes gilt für nicht-immunisierte Personen die Testpflicht bei Anreise sowie danach alle 72 Stunden.

Sport: Training und Wettkampf im Amateur- und Freizeitsport im Innen- und Außenbereich sind mit maximal 25 nicht-immunisierten Personen zulässig. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Schwimmen: In Schwimm- und Spaßbädern, Thermen, Saunen und Badeseen ist innen und außen die zulässige Höchstzahl der gleichzeitig anwesenden Personen auf die Hälfte der sonst üblichen Besucherzahl beschränkt. Sind nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen gleichzeitig anwesend, entfällt die Beschränkung der Personenzahl, die übrigen Schutzmaßnahmen (vor allem Testpflicht) bleiben bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Freizeiteinrichtungen, Zoos, Spielhallen: Im Innenbereich von Freizeitparks, Kletterparks und ähnlichen Einrichtungen sowie in Zoos und botanischen Gärten und ähnlichen Einrichtungen gilt immer die Testpflicht für alle nicht-immunisierten Personen. Gleiches gilt für Spielhallen, Spielbanken, Wettvermittlungsstellen und ähnliche Einrichtungen. Sind in Spielhallen, Spielbanken und ähnlichen Einrichtungen nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen gleichzeitig anwesend, entfallen das Abstandsgebot und die Maskenpflicht, die Testpflicht bleibt bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

Außerschulischer Musik- und Kunstunterricht: Dieser ist im Innen- und Außenbereich mit maximal 25 nicht-immunisierten Personen zulässig. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen. Gleiches gilt für den Probenbetrieb der Breiten- und Laienkultur.

Museen, Ausstellungen: Es gilt immer die Testpflicht für alle nicht-immunisierten Personen. Sind in einem Museum, einer Ausstellung, Gedenkstätte oder sonstigen Einrichtung nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen anwesend, entfallen die Begrenzung der Personenzahl, das Abstandsgebot sowie die Maskenpflicht. Die übrigen Schutzmaßnahmen (vor allem Testpflicht) bleiben bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf zehn Personen, bei Warnstufe 3 auf fünf Personen.

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