Geimpft, genesen – und getestet: Nur dann darf man derzeit ins Schwimmbad. Ausgenommen sind lediglich diejenigen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, und Kinder unter zwölf Jahren. Nicht geimpfte oder genesene Kinder zwischen 12 und 17 Jahren benötigen ebenfalls einen aktuellen Test.
In Mainz mussten einige Restaurants und Cafés aufgrund der 2G-plus Regelung bereits schließen, die Öffnungszeiten reduzieren oder bieten nur noch To-Go-Betrieb an. Erst kürzlich gingen die Gastronomen deshalb bereits auf die Straße (wir berichteten).
In Bayern müssen nun auch die ersten Schwimmbäder schließen, da die Besucherzahlen aufgrund der aktuellen Regelungen so gering sind. „Was uns an Gästen weggebrochen ist, ist schon massiv“, sagt etwa eine Sprecherin der Stadtwerke Bamberg gegenüber dem BR. Auch die Stadtwerke Mayen in der Eifel haben ihr Schwimmbad bis Anfang Januar geschlossen, teilt der SWR mit. Ist jetzt zu befürchten, dass auch bei uns die Schwimmbäder schließen werden?
„Die meisten Gäste sind verständnisvoll – auch für die manchmal zeitlichen Verzögerungen beim Einlass“, sagt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke, dem Betreiber des Taubertsbergbads. Ausnahmen gebe es immer: „Einzelne Gäste, zum Beispiel aus dem Ausland, kannten die Regeln nicht oder wollten sie vielleicht auch nicht kennen.“
Um 15 Prozent hätten die Besucherzahlen im Taubertsbergbad seit Einführung der 2G-plus-Regel abgenommen. Vor allem sei der Aufwand am Empfang gestiegen. Denn die Impfungen sowie die Testnachweise müssen geprüft werden, alternativ können die Besucher auch einen Schnelltest mitbringen und ihn vor Ort unter Aufsicht durchführen. Bis das Ergebnis vorliegt, muss man vor der Tür warten. In Zeiten, in denen starker Andrang ist, werden die Mitarbeiter am Empfang von der Verwaltung unterstützt. „Schwierig war die kurze Vorlaufzeit zwischen veränderten Regeln und Umsetzungstermin“, so Theurer.
Bis zu 60 Prozent weniger Besucher
Dramatischer sieht es in der Rheinwelle in Ingelheim aus: Hier liegen die Gästezahlen bei 50 bis 60 Prozent unter normal, teilt der Geschäftsführer Dirk Osterhoff mit. Um die sehr aufwändige Einlasskontrolle zu bewerkstelligen, seien immer zwei bis drei Mitarbeiter im Einsatz. „Leider gibt es auch immer wieder uneinsichtige Gäste. Das ist für unsere Mitarbeiter*innen nicht schön. Da motivieren uns dann zwischendurch die Gäste, die verständnisvoll sind“, berichtet Osterhoff. Nicht nur an der Kasse, sondern auch im Housekeeping und bei der Wasser-Saunaaufsicht musste das Personal „intensiviert werden, um die uns auferlegten Auflagen nachhaltig kontrollieren zu können.“
Eine Schließung sei jedoch auch in Ingelheim nicht zu befürchten, so Osterhoff: „Solange, wie wir öffnen dürfen, also keinen kompletten Lockdown mehr bekommen, werden wir unsere Rheinwelle für unsere Gäste täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet lassen.“
Auch in Nieder-Olm sind die Besuchszahlen im Vergleich zum Normalbetrieb um die Hälfte reduziert, das liege aber vor allem an der aktuell vorgegebenen Höchstzahl. Probleme mit Gästen gebe es keine, teilt Jörg Kandulla, stellvertretender Leiter der Abteilung Bürgerdienste bei der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm mit. Zusätzliches Personal sei trotz des Mehraufwands aber nicht notwendig. Auch für Nieder-Olm verspricht Kandulla: „Es bleiben unsere gewohnten Öffnungszeiten, solange dies laut Verordnung noch möglich ist.“