Personalausfälle: Mainzer Krankenhaus muss Eingriffe verschieben

In vielen Krankenhäusern fällt aktuell so viel Personal aus, dass der Betrieb eingeschränkt werden muss. Daher dürfen nun unter bestimmten Voraussetzungen auch positiv Getestete arbeiten gehen. Wie ist die Lage in Mainzer Krankenhäusern?

Personalausfälle: Mainzer Krankenhaus muss Eingriffe verschieben

Deutschlandweit kämpfen derzeit zahlreiche Krankenhäuser mit Personalausfällen. „Die Lage ist in unseren Krankenhäusern vor allem im Hinblick auf den Ausfall von Mitarbeitenden ernster als sie jemals war“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) vergangene Woche (wir berichteten). Aktuell würden zwar viele Patienten in den Krankenhäusern behandelt. Viele von ihnen sind jedoch nicht wegen Corona, sondern mit Corona auf den Stationen. „Eine dramatische Belastung in den Einrichtungen“ sei hingegen der hohe Krankenstand des behandelnden Personals, so Hoch.

Auch im Mainzer Marienhaus Klinikum (MKM) ist die Personalsituation angespannt, wie Pressesprecher Dietmar Bochert gegenüber Merkurist sagt. „Aktuell gibt es eine Ausfallquote bei den Mitarbeitern von rund 11 Prozent.“ Die Zahlen schwanken je nach Abteilung, teilweise müssen Stationen sogar ganz schließen, geplante Operationen seien eingeschränkt, da vor allem Pflegekräfte und Ärzte betroffen seien (Stand: 5. April). Dennoch sei die Situation nicht „dramatisch“, so Bochert. Ähnlich sieht es in der Unimedizin aus, wie Sprecherin Natkritta Hüppe erklärt. „Die bundesweit hohe Anzahl an Infektionsfällen zeigt sich auch beim Personal der Universitätsmedizin Mainz.“ Personalausfälle versuche man zu kompensieren, zum Beispiel durch Mitarbeiter, die bei Bedarf einspringen können.

Positiv Getestete könnten wieder arbeiten gehen

Um der Belastung in den Krankenhäusern entgegenzuwirken, können seit dieser Woche auch in Rheinland-Pfalz Mitarbeiter, die positiv getestet, aber symptomfrei sind, wieder arbeiten gehen. Die so genannte „Arbeitsquarantäne“ erlaubt es also infizierten Personen „unter bestimmten Voraussetzungen“, ihre Quarantäne zum Arbeiten zu verlassen. Mit der Regelung soll verhindert werden, „dass es aufgrund der hohen Infektionszahlen in vielen Betrieben, vor allem aber in Einrichtungen des Gesundheitswesens, zu erheblichen Personalausfällen kommt, die zu einer Gefährdung der Funktionsfähigkeit der Einrichtung führen kann“, heißt es dazu von Seiten des Landes. Dazu müsse jedoch eine „einvernehmliche Vereinbarung“ mit dem Arbeitgeber vorliegen und bestimmte Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Trotz des Personalmangels habe man sich beim MKM jedoch gegen diese Neuregelung entschieden. „Wir setzen weiterhin die Regeln der Absonderungsverordnung Rheinland-Pfalz um“, so Bochert. Demnach ist wie bisher sowohl für positiv getestete Personen als auch für Mitbewohner und enge Kontaktpersonen eine zehntägige Quarantäne angeordnet, die ab dem siebten Tag mittels eines negativen Tests beendet werden kann, sofern man seit 48 Stunden symptomfrei ist. Auch die Unimedizin setzt diese Quarantäne-Vorschriften weiterhin um.

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