Wie passen Kontaktverbot und Veranstaltungen zusammen?

Seit Mitte Mai steht fest: Bald dürfen unter bestimmten Auflagen wieder Veranstaltungen stattfinden. Doch warum sind diese ungefährlicher als private Treffen?

Wie passen Kontaktverbot und Veranstaltungen zusammen?

Einige Wochen lang mussten Menschen in Rheinland-Pfalz wegen der Corona-Pandemie auf vieles verzichten. Schrittweise werden nun einzelne Bereiche gelockert (wir berichteten), die Kontaktbeschränkungen bleiben aber noch bis zum 5. Juni bestehen. Das bedeutet: Am besten hält man sich in der Öffentlichkeit alleine oder mit maximal einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt auf. Doch auch hier gibt es seit Mitte Mai eine Lockerung. Es dürfen sich nun auch Angehörige von zwei Hausständen, also zum Beispiel zwei Familien, unter Einhaltung des Mindestabstands treffen.

Doch wie passen diese Kontaktbeschränkungen zur Lockerung für Veranstaltungen? Ab Mittwoch, 27. Mai, dürfen in Rheinland-Pfalz Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen draußen wieder stattfinden. Ab Mittwoch, 10. Juni, sind sogar 250 Teilnehmer erlaubt. Im Innenbereich sind ab 10. Juni 75 Personen erlaubt, ab 24. Juni 150. Im Zweifelsfall trifft man hier also auf weit mehr unbekannte und möglicherweise infizierte Personen als im Privaten.

Das sagt die Staatskanzlei

Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz erklärt dies so: „Für das Infektionsrisiko macht es einen großen Unterschied, ob eine Unternehmung drinnen oder draußen stattfindet.“ Draußen sei die Gefahr, sich anzustecken, sehr viel geringer als in geschlossenen Räumen, so ein Ministeriumssprecher. Einen Unterschied mache ebenfalls, wie viele Personen sich treffen und wie sie sich im Raum bewegen und welche Aktivität stattfindet. „Auch hier gilt: Je größer die Anzahl der Personen und je mehr sie sich auf einer bestimmten Fläche bewegen, desto höher ist die Gefahr, dass eine infizierte Person mit einer anderen in Kontakt kommt und sie ansteckt.“

Deswegen berate man gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft derzeit über die genauen Auflagen für diese Veranstaltungen. „Dazu können Zugangskontrollen, die Sicherstellung der Nachverfolgbarkeit, die Wahrung der Abstandsregeln, eine weitgehende Beschränkung des Begegnungsverkehrs, das Tragen von Mund-Nasen-Masken und die Vorlage von Hygienekonzepten gehören“, so der Sprecher. Für alle nun möglichen Aktivitäten und Veranstaltungen gebe es zudem einen klaren Zeitplan.

Klar ist jedenfalls: „Weil die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Corona-Virus zu groß wäre, finden frei zugängliche Großveranstaltungen, Veranstaltungen ohne Zugangsbeschränkungen wie Schützenfeste, Weinfeste, Kirmes, Volksfeste, Publikumsmessen, Tanzveranstaltungen und Feiern nicht statt.“ (pk)

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