Verwirrung um geöffnetes Café in Mainz

Deutschland steckt weiterhin im Lockdown. Geschäfte und Restaurants sind seit Monaten geschlossen. Nun hat aber eine Leserin scheinbar ein Café in Mainz entdeckt, das schon wieder geöffnet hat. Doch geht das überhaupt?

Verwirrung um geöffnetes Café in Mainz

Frühestens ab dem 7. März werden in Deutschland Geschäfte und Gastronomien wieder öffnen dürfen. Ausgenommen davon sind Frisörsalons, die unter Einhaltung der Hygieneregeln bereits ab 1. März loslegen können - soweit die aktuellen Corona-Regelungen. Leserin Kathinka hat nun bei einem Spaziergang durch Mainz zwei Betriebe entdeckt, die geöffnet hatten: „Stehcafé und Änderungsschneiderei sind wieder offen?!“, schreibt sie in ihrem Snip. An dem Café habe am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr Hochbetrieb geherrscht. Überrascht davon fragt Kathinka deshalb in Bezug auf die Corona-Regelungen: „Was gilt denn nun aktuell? Ich dachte, die Lockerungen gelten ab 1.3. und nur für Friseure, Kosmetik, etc.“

Klare Regelungen vorgegeben

Einen ersten Hinweis auf die Lösung der Frage liefert Leserin Bibi. Sie kommentiert: „Waren die Schneidereien nicht die ganze Zeit über offen?“ Bestätigung kommt indes von Leserin Ingrid: „Änderungsschneidereien durften die ganze Zeit schon offen haben.“ Und in der Tat, Schneidereien dürfen nach den aktuellen Corona-Regelungen* (mit Geltungsdatum vom 15. Februar) geöffnet haben.

Doch wie sieht es nun mit den Cafés aus? Auch hier gibt es in der Landesverordnung eine eindeutige Regelung. So heißt es zu „gastronomischen Einrichtungen“ unter anderem: „Restaurants, Speisegaststätten, Bars, Kneipen, Cafés, Shisha-Bars, Eisdielen und Eiscafés sind grundsätzlich geschlossen.“ Aber: „Abhol-, Liefer- und Bringdienste sowie der Straßenverkauf (ohne Alkoholverkauf) und Ab-Hof-Verkauf sind erlaubt.“ Dabei gelte es jedoch, das Abstandsgebot von 1,5 Metern sowie die Maskenpflicht zu beachten. Die abgeholten Speisen sollten zudem nicht vor Ort und in unmittelbarer Umgebung verzehrt werden, so die Verordnung.

Somit ist es also Café-Bars erlaubt, für den Straßenverkauf ihr Geschäft zu öffnen. Ob sich die Kunden der Cafés letztlich daran halten, ihren Kaffee nicht in unmittelbarer Nähe der Bar zu trinken, dafür ist das Ordnungsamt zuständig. Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr zuletzt gegenüber Merkurist sagte, sei der Vollzugsdienst des Ordnungsamtes täglich in der Innenstadt und am Hauptbahnhof unterwegs, in der Regel mit vier Mitarbeitern, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Demnach scheint es zuletzt keine Probleme mit den Abstandsregeln gegeben zu haben.

Auch die Polizei stellte bei einem Kontrolltag vor zwei Wochen eine „sehr hohe Akzeptanz der geltenden Regelungen“ fest. Dies sei im Vergleich mit anderen Gebieten in Rheinland-Pfalz auffällig positiv. Die Kontrollen fanden unter anderem auf dem Wochenmarkt, am Hauptbahnhof und rund um den Goetheplatz statt.

*In den Corona-Regelungen sind sämtliche Geschäftsfelder aufgeführt, die aktuell geöffnet oder geschlossen haben, beziehungsweise alle Tätigkeiten, die momentan erlaubt oder verboten sind.

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