Warum darf ich einen anderen Haushalt nicht gemeinsam mit meinem Lebenspartner besuchen?

In der einheitlichen Corona-Notbremse, die in dieser Woche vom Bund beschlossen wurde, sind auch strenge Kontaktbeschränkungen ab einer Inzidenz von 100 vorgesehen. Warum hat sich die Bundesregierung dafür entschieden?

Warum darf ich einen anderen Haushalt nicht gemeinsam mit meinem Lebenspartner besuchen?

Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr und FFP-Masken-Pflicht in Bus und Bahn - diese und weitere Regelungen sind in der Bundes-Notbremse festgeschrieben. Überschreitet ein Landkreis oder eine Stadt die 7-Tage-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, treten diese Regeln ab dem übernächsten Tag in Kraft. In Mainz ist das der Fall - dementsprechend greift die Notbremse bereits seit Samstag (24. April). Auch an strenge Kontaktbeschränkungen müssen sich die Mainzer seitdem halten.

Sowohl im privaten Bereich als auch draußen darf sich nur noch ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Kinder bis 14 Jahre sind von der Regelung ausgenommen und dürfen immer mit dabei sein. Weiterhin treffen dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts und Ehe- und Lebenspartner. Auch, wenn das Treffen ausschließlich der Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts dient, ist es erlaubt. Trauerfeiern sind von der Beschränkung grundsätzlich ausgenommen - sie dürfen mit bis zu 30 Personen stattfinden.

Durch diese Regelung ist beispielsweise ein gemeinsamer Besuch von Eltern und ihren Kindern auch bis 14 Jahre bei den Großeltern nicht erlaubt. Auch zusammenlebende Paare können nicht mehr gemeinsam einen anderen Haushalt besuchen. In beiden Fällen würden nämlich zwei Haushalte zusammenkommen. Für einige Merkurist-Leser ist das nur schwer nachvollziehbar. Warum hat sich die Bundesregierung für diese Regelung entschieden?

„Wechselnde Zusammenkünfte zwischen Menschen erhöhen das Risiko im Hinblick auf Ansteckungen.“ - Bundesgesundheitsministerium

„Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird vornehmlich durch die Atemluft übertragen. Wechselnde Zusammenkünfte zwischen Menschen erhöhen das Risiko im Hinblick auf Ansteckungen“, sagt das Bundesgesundheitsministerium dazu. Besonders bei Treffen im privaten Bereich bestünden oft besondere Herausforderungen, strenge Hygienevorschriften dauerhaft einzuhalten. „Deshalb ist eine Begrenzung auf Zusammenkünfte von einem Haushalt mit höchstens einer weiteren Person vorgesehen. Die Vorschrift trägt dazu bei, Infektionsketten besonders wirksam zu unterbrechen.“

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