Neues Schnelltestzentrum mit besonderem Konzept auf dem Uni-Campus

Bis zu 350 Tests in der Stunde mit nur sieben Mitarbeitern: Das neue Schnelltestcenter auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität setzt auf Effizienz. Wir haben mit Betreiber Enrico Fischer gesprochen.

Neues Schnelltestzentrum mit besonderem Konzept auf dem Uni-Campus

„Schneller, effizienter, sicherer und ökonomischer“ – das verspricht das neue Schnelltestzentrum von „Sicher Offen“ auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Am kommenden Mittwoch soll das Testzentrum eröffnen und dann jede Woche von Montag bis Freitag (7:30 bis 16 Uhr) geöffnet sein. „Derzeit laufen noch die letzten Vorbereitungen“, erzählt Betreiber Enrico Fischer gegenüber Merkurist.

Fischer ist eigentlich Veranstalter und organisiert jährlich den „Charity Mega Run“ in Bingen. Im vergangenen Sommer konnte der Lauf unter besonderen Corona-Bedingungen stattfinden. In diesem Jahr ist allerdings noch unklar, wie die Pandemie-Lage im August sein wird. „Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht: Was kann man tun, dass der Lauf auch 2021 stattfinden kann?“. So sei er auf das Thema Testen gekommen. „Abgesehen vom Impfen ist das Testen derzeit die einzige Möglichkeit, den Menschen wieder ein normaleres Leben zu ermöglichen.“

Modellprojekte in Sachsen

Ein befreundeter Dozent an der Uni Mainz, Dr. Helge Rupprich, entwickelte zusammen mit Partnern das Testkonzept „Sicher Offen“. In Sachsen kam es in mehreren Modellprojekten zum Einsatz. „Unter anderem in der Stadt Augustusburg. Dort sind die Inzidenzen deutlich gesunken, leider musste das Modellprojekt wegen der Bundes-Notbremse beendet werden“, so Fischer. Er eröffnete schließlich vor zwei Wochen ein Schnelltestcenter in Bingen. Jetzt in Mainz. „Gerade an der Mainzer Uni ist es für mich und Helge Rupprich ein Herzensprojekt.“

In dem Zentrum werden ab Mittwoch Antigen-Schnelltests und auch die kostenlosen Bürgertests angeboten. Das Angebot richtet sich an jeden Bürger, speziell an Studenten der Uni. „Es gibt ja viele Fachbereiche wie Sport oder Chemie, die nicht alles digital machen können, wo die Studenten vor Ort sein müssen“, so Fischer. Diese sollen so sicher ihre Kurse absolvieren können. Die Tests hätten eine Spezifität und Sensitivität von jeweils über 98 Prozent und können im vorderen oder hinteren nasalen Bereich, als Rachentest oder in Ausnahmen sogar als Spucktest durchgeführt werden.

Nur einmal registrieren für alle Tests

Das Besondere an den Tests: Jeder Bürger muss sich vor dem ersten Test nur einmal auf der Webseite registrieren und erhält dann einen persönlichen QR-Code, der auch bei jedem weiteren Test vorgezeigt werden kann. Fischer sagt: „Den sollte man am besten im Handy abspeichern oder ausdrucken.“ Weil der Test mit dem QR-Code verknüpft ist, kann man direkt nach dem Abstrich das Zentrum verlassen und bekommt das Ergebnis automatisch nach 15 Minuten per Mail. „Dadurch sind etwa 350 Tests in der Stunde mit höchstens sieben Mitarbeitern möglich“, so Fischer.

Wenn dann beispielsweise die Gastronomie wieder öffnet, kann der Wirt den QR-Code des getesteten Gastes einscannen und erfährt so, ob der Test negativ war. Nach 24 Stunden wird der QR-Code gesperrt und man muss einen neuen Coronatest machen. Über das Ein- und Ausscannen beim Gastronomen können dann Kontakte nachverfolgt werden. Deshalb hofft Fischer, dass es in spätestens ein, zwei Monaten wieder Öffnungen geben wird. „Es ist unser Appell an die Politik: Mit einer guten Strategie aus Impfen und flächendeckendem Testen kann man den Menschen wieder ein normaleres Leben ermöglichen.“

Das Schelltestzentrum befindet sich auf dem Campus der JGU im Joachim-Becher-Weg 30 in der alten Biochemie (gegenüber vom Inter II).

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