Verwirrung um Regeln für Geimpfte beim Friseurbesuch

Müssen sich Geimpfte vor dem Friseurbesuch auf das Coronavirus testen lassen oder reicht die Vorlage des Impfpasses aus? Diese Frage sorgt für Verwirrung. Auch Stadt und Land sind sich zunächst nicht einig.

Verwirrung um Regeln für Geimpfte beim Friseurbesuch

Erst am Dienstag hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) betont, dass in Rheinland-Pfalz für Geimpfte dieselben Regeln gelten wie für aktuell auf das Coronavirus getestete Personen (wir berichteten). Wer zwei Mal geimpft wurde, dürfe laut Landesrecht 14 Tage später beispielsweise zum Friseur gehen, ohne vorher einen Test zu machen. Die Stadt sah das allerdings zunächst anders.

Weil die Mainzer 7-Tage-Inzidenz weiterhin bei über 100 liegt, gilt die Bundesnotbremse, erklärte das Ordnungsamt am Mittwochmorgen. Diese habe Vorrang vor länderspezifischen Regelungen. Und weil der Bund noch keine Erleichterungen für Geimpfte beschlossen hat, reiche in Mainz die Vorlage eines Impfpasses nicht beim Friseurbesuch aus. Die landesrechtliche Regel werde auch hier vom Bundesrecht überlagert. Auch Geimpfte müssten deshalb einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Land und Stadt uneinig

Das Land widerspricht dem Mainzer Ordnungsamt allerdings auf Merkurist-Anfrage. Wie David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Landesregierung erklärt, habe das Land seine Corona-Bekämpfungsordnung schon vor der Änderung des Infektionsschutzgesetzes so angepasst, dass Geimpfte mit negativ Getesteten gleichgestellt werden. Somit dürften vollständig geimpfte 14 Tage nach ihrer zweiten Impfung ihren Impfausweis statt eines negativen Testergebnisses beim Friseurbesuch vorzeigen.

„Vor diesem Hintergrund gilt der Grundsatz „Bundesrecht bricht Landesrecht“ hier nicht.“ - David Freichel, Landesregierung

„Die Gleichstellung gilt auch bei Inzidenzwerten von über 100“, so Freichel. Denn das Infektionsschutzgesetz sehe vor, dass bis zum Erlass einer Bundesrechtsordnung landesrechtlich geregelte Erleichterungen „für Personen, bei denen von einer Immunisierung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 auszugehen ist“ unberührt bleiben. „Vor diesem Hintergrund gilt der Grundsatz „Bundesrecht bricht Landesrecht“ hier nicht“, sagt Freichel.

Geimpfte brauchen keinen Test

Am Mittwochabend nun meldet sich die Stadt Mainz noch einmal. Auf Anfrage teilt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr mit, dass von Kunden vor dem Friseurbesuch ein negativer Test vorzulegen sei, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. „Dies gilt hingegen nicht für bereits doppelt geimpfte Kundinnen und Kunden - diese können unter Vorlage des Impfpasses mit dem Nachweis der vollständigen Impfung den Friseurtermin wahrnehmen. Ein weiterer Test ist in diesem Falle nicht notwendig.“

Kurz zusammengefasst: Wer zweimal geimpft wurde, braucht 14 Tage nach der zweiten Impfung also keinen Test mehr, um zum Friseur gehen zu können. Der Impfausweis muss jedoch vor Ort vorgelegt werden.

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