Masken im Supermarkt: Werden Kunden doch zum Tragen verpflichtet?

2G- und 3G-Regelungen fallen weg, auch die Maskenpflicht entfällt ab dem Wochenende in den meisten Bereichen, darunter im Handel. Werden Supermärkte nun von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und ihre Kunden dennoch zum Masketragen verpflichten?

Masken im Supermarkt: Werden Kunden doch zum Tragen verpflichtet?

Ab 2. April (Hessen) beziehungsweise 3. April (Rheinland-Pfalz) fallen die meisten Corona-Regeln – so wie es das Bundesinfektionsschutzgesetz vorsieht. Dann gelten nur noch Basismaßnahmen. Vor allem wird die Maskenpflicht in den meisten Bereichen aufgehoben, etwa beim Einkaufen.

Nun hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Geschäften empfohlen, selbst die Maskenpflicht in ihren Läden anzuordnen und damit von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Der Handelsverband Deutschland (HDE e.V.) wundert sich sehr über diese Aussage, wie Pressesprecherin Franziska Berg auf Merkurist-Anfrage mitteilt. Gemeinsam mit Expertenstab und Bundesregierung habe der Bundesgesundheitsminister die Aufgabe zu beurteilen, ob eine generelle Maskenpflicht beim Einkauf nach wie vor angemessen sei, so Berg.

„Mit der Vorlage des Gesetzentwurfs hat sich der Bundesgesundheitsminister in dieser Frage klar positioniert. Wenn nun die Verpflichtung zum Tragen einer Maske im Einzelhandel aufgrund der neuen Rechtslage ausläuft, dann ist es schon sehr verwunderlich, wenn der Minister kurz nach Verabschiedung der gesetzlichen Änderung an die Handelsunternehmen appelliert, mithilfe ihres Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchzusetzen.“ Die Unternehmen dürften nicht „mutwillig in die Rolle eines Ersatz-Gesetzgebers gedrängt werden“.

Freiwillig beim Einkaufen Maske tragen?

Der HDE gehe davon aus, dass viele Kunden weiterhin freiwillig beim Einkaufen Maske tragen würden. Ob die Mitarbeiter zur Maske verpflichtet werden, komme im Zweifel auf den Einzelfall und die Umstände vor Ort an – also etwa, ob „technische und organisatorische Schutzmaßnahmen vor Ort zum Schutze des Personals nicht umsetzbar oder nicht ausreichend sind“. Strengere Bestimmungen zur Maskenpflicht könnten sich noch aus landesrechtlichen Vorgaben ergeben, etwa in den Hotspots.

Fragt man bei den großen Supermarktketten an, zeigt sich, dass es sowohl Kunden als auch Mitarbeitern selbst überlassen wird, ob sie einen Mundschutz tragen oder nicht.

Bei Aldi Süd etwa halte man sich prinzipiell an die jeweils gültigen Corona-Schutzverordnungen. „Wird keine Maskenpflicht vorgeschrieben, behalten wir uns eine Empfehlung an Mitarbeiter:innen und Kund:innen vor, weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen“, sagt Anna-Maria Lennertz, Pressereferentin von Aldi. „Es gilt abzuwarten, wie nach der Übergangsfrist am 2. April die konkrete Ausgestaltung der Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer aussehen wird.“

Bei Edeka hingegen würden in den Märkten unterschiedliche Vorkehrungen getroffen und „kontinuierlich angepasst“, so Pressereferentin Nina Schmidt. Ziel sei es, Kunden und Mitarbeiter „bestmöglich zu schützen und gleichzeitig die Nahversorgung aufrechtzuerhalten“. Zum aktuellen Zeitpunkt könne man aber noch keine Details zur zukünftigen Vorgehensweise nennen, so Schmidt.

Rewe, so berichten mehrere Medien, verpflichte seine Kunden nur in den Hotspots zum Masketragen. Ansonsten sei das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes freiwillig. Gegenüber Merkurist hat sich Rewe bis zum Erscheinen des Artikels noch nicht zum Thema geäußert.

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