Mainzer Weihnachtsmarkt: So fällt die Halbzeit-Bilanz aus

Normalerweise ist der Mainzer Weihnachtsmarkt ein echter Publikumsmagnet. Doch ist das im zweiten Corona-Jahr infolge auch so? Die Marktbeschicker erzählen nun, wie die Veranstaltung für sie bisher verlief.

Mainzer Weihnachtsmarkt: So fällt die Halbzeit-Bilanz aus

Vor zwei Wochen startete der Mainzer Weihnachtsmarkt. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten in diesem Jahr strenge Zugangsregeln, die extra von Sicherheitsmitarbeitern kontrolliert werden. Auch für die Marktbeschicker ergaben sich durch die neuen Corona-Maßnahmen ganz andere Arbeitsabläufe im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Nun ziehen die Standbetreiber ein ehrliches Halbzeit-Fazit, das relativ ernüchternd ausfällt.

Kommt noch die Trendwende?

Für Lisa Spinnler, deren Familie den größten Grillstand auf dem Weihnachtsmarkt betreibt, verliefen die ersten zwei Wochen eher enttäuschend. Wie sie gegenüber Merkurist sagt, hätten sie und ihre Mitarbeiter die Corona-bedingten Veränderungen deutlich gemerkt. „Mittags war nicht mehr so viel zu tun.“ Man spüre, dass die Leute vermehrt im Home Office arbeiten, sagt Spinnler. Dennoch laufe das Essensgeschäft besser als erwartet. Ganz anders sieht es dagegen beim Glühwein aus. „Hier läuft es nicht gut.“ Möglicherweise liege es daran, dass die Leute eben doch Angst hätten, näher beisammen zu stehen“, meint Spinnler.

Insgesamt gebe es somit deutliche Umsatzeinbußen. Das liege speziell auch noch daran, dass täglich viele Reservierungen abgesagt würden. Aktuell seien es nur noch zwei Firmen, die weiterhin bei ihr feiern wollen. Froh, dass überhaupt noch Gäste kommen, sei sie aber trotzdem. Für die noch ausstehenden zwei Wochen Weihnachtsmarkt glaubt die Marktbeschickerin aber nicht mehr so recht an eine Trendwende. „Die ersten zwei Wochen sind schon ausschlaggebend und wegweisend für einen erfolgreichen Markt“, sagt Spinnler. Doch danach sieht es im Moment eher nicht aus.

Starker Umsatzrückgang

Der Vorsitzende der Mainzer Marktbeschicker, Marco Sottile, zieht ebenfalls kein positives Zwischenfazit: „Einige Standbetreiber machen bis zu 70 Prozent weniger Umsatz.“ Auch wenn es hier noch bis zum Ende abzuwarten gilt, sei es aber jedem Beschicker klar gewesen, dass es unter den aktuellen Bediengungen sehr schwierig werden würde. Die momentan sonst noch geltenden Regelungen, wie 2G-plus in der Gastronomie oder der Zugang zum Einzelhandel nur mit Bändchen, aber auch die Wetterlage, ließen die Leute schon überlegen, ob sie übetrhaupt in die Stadt kommen, sagt Sottile. Zudem könne man immer noch nicht ganz ausschließen, ob sich vielleicht doch noch Änderungen bei den Corona-Maßnahmen ergeben.

Überzeugt sei er hingegen von dem Konzept beziehungsweise von der Organisation des Weihnachtsmarkts. „Der Zutritt mit den Bändchen läuft gut und besser als ich erwartet habe, auch das Ordnungsamt und die Polizei zeigen gute Präsenz und kontrollieren.“ Die Logistik sei somit ziemlich perfekt. Deshalb glaube er auch, dass der Markt als „Pilot-Projekt“ für die Veranstaltungen im nächsten Jahr, wie zum Beispiel den Rheinfrühling, gelten kann, sagt Sottile. „Ich sehe kein Problem, dieses System dann auch dort umzusetzen.“ Kirmes und Volksfesten sollte dann wieder gefeiert werden können. Was nun den Weihnachtsmarkt anbetrifft, so hofft Sottile doch noch auf zwei gute Wochen, ehe dann mit dem 23. Dezember der letzte offizielle „Spieltag“ – wie die Schausteller es nennen – anbricht.

Logo