Mainzer Weihnachtsmarkt: Auf einen Glühwein mit dem Virus?

Der Mainzer Weihnachtsmarkt ist 2021 nur eine Veranstaltung für Geimpfte und Genesene. Doch macht 2G den Markt wirklich sicher? Das Konzept ist nicht unumstritten.

Mainzer Weihnachtsmarkt: Auf einen Glühwein mit dem Virus?

Wenn am Donnerstag der Mainzer Weihnachtsmarkt eröffnet wird, dann sind Ungeimpfte „nicht willkommen“, wie zuletzt Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) ankündigte. Auf dem Markt gilt, bis auf eine Ausnahme, die 2G-Regelung. Doch das Konzept ist nicht unumstritten. Während es viele befürworten und sich nach zwei Jahren Pause wieder auf die Veranstaltung freuen, werfen andere wiederum der Politik ein „Augen zu und durch“-Verhalten vor.

Klar ist jedenfalls, dass in Deutschland bereits Dutzende Weihnachtsmärkte aufgrund der täglich steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen abgesagt wurden. Angesichts der Tatsache, dass sich auch Geimpfte mit dem Virus anstecken können, präferieren einige nun ein 2G-plus-Modell. Das heißt: Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich noch einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Doch wäre ein solches Szenario für den Weihnachtsmarkt überhaupt denkbar? Die Stadt Mainz hat jedenfalls kurz vor dem Start des Markts noch eine Allgemeinverfügung erlassen, in der nun alles eindeutig geregelt werden soll.

Das rät ein Virologe

Unabhängig von den aktuell geltenden 2G-Regeln sieht der Virologe Dr. Martin Stürmer ganz andere Gefahren, die auf einem Weihnachtsmarkt auf die Besucher zu kommen können, wie er im RTL-Nachtjournal sagte. Dazu zählen unter anderem auch „Anstehsituationen“. „Wenn die Leute anstehen müssen, stehen sie enger aneinander. Da muss man darauf achten, dass die Abstände zwischen den Leuten ausreichend eingehalten werden.“ Und das will nun auch die Stadt Mainz mit ihrer Allgemeinverfügung erreichen. Demnach gelte in diesen Situationen „und dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, die Maskenpflicht. Dies gilt hingegen nicht beim Verzehr von Speisen und Getränken“, heißt es in der Verfügung.

Genau hier sieht Virologe Stürmer jedoch ein Problem: „Die Hotspots werden da sein, wo man verzehrt, also da, wo die Menschen die Maske abnehmen und länger miteinander dort sind, sei es zum Glühweintrinken, sei es zum Wurstessen. Da wird es jedenfalls kritisch.“ Daher rät der Virologe, Menschenansammlungen zu meiden, sehr konsequent die Maske zu tragen und sich nie allzu lange an einem Ort aufhalten. „Wenn ich etwas verzehre und dabei die Zeit möglichst kurz halte in dem Bereich, dann hat man schon ein bisschen was dafür getan, damit es eben nicht zur Ansteckung beziehunsgweise Übertragung kommt“, so Stürmer im RTL-Nachtjournal.

2G plus für Marktbeschicker „nicht händelbar“

Und was ist nun mit der 2G-plus-Variante? Diese gilt in Rheinland-Pfalz erst ab einer – kürzlich eingeführten – Hospitalisierungsrate von über 6 (wir berichteten). Die Rate gibt auf 100.000 Menschen gerechnet an, wie viele Corona-Infizierte in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Aktuell liegt diese bei 3,43 und somit gilt die 2G-Regelung. Für die Mainzer Marktbeschicker wäre jedenfalls ein neuerliche Änderung der Vorschriften für den Markt wohl kaum umsetzbar. „Ein Szenario 2G-plus wäre nicht händelbar. Keiner wird sich für einen Glühwein mit Bratwurst impfen und testen lassen“, sagte der Vorsitzende der Mainzer Marktbeschicker Marco Sottile kürzlich gegenüber Merkurist. Deswegen solle man den Weihnachtsmarkt jetzt so durchziehen oder ganz lassen.

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