Mainz bei Inzidenz unter 50 – was passiert jetzt?

Erstmals seit Oktober liegt Mainz unter dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50. Muss jetzt gelockert werden?

Mainz bei Inzidenz unter 50 – was passiert jetzt?

Lange Zeit galt sie als „magische Grenze“: die Sieben-Tages-Inzidenz von 50. Immer wieder hieß es von Politikern, dass dieser Wert unterschritten werden müsse, um Lockerungen des Corona-Lockdowns zu ermöglichen. Die Stadt Mainz hat diesen Wert vor einigen Tagen unterschritten, aktuell liegt er bei 48 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Muss jetzt gelockert werden?

Das zumindest wünscht sich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur fordert er, „dass wir eine Perspektive bekommen, unter welchen Voraussetzungen welche Einrichtungen wieder geöffnet werden können“. Weil die Inzidenzzahlen in Mainz auf Werte unter 50 zurückgegangen seien, sei nun ein Signal angebracht, einzelne Dienstleistungen wie das Friseurhandwerk wieder zu öffnen. Auch der Einzelhandel könne mit flächenbezogenen Vorgaben zur Anzahl gleichzeitig anwesender Kunden geöffnet werden, so Ebling.

Dreyer will bundeseinheitliches Vorgehen

Dass Städte und Landkreise allerdings eigenständig lockern dürfen, erschein derzeit unwahrscheinlich. Mit Blick auf das Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am heutigen Mittwoch will Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) keine großen Hoffnungen wecken. „Ich setzte darauf, dass wir in den wesentlichen Schritten bundesweit möglichst einheitlich vorgehen“, so Malu Dreyer. „Die langen Wochen des Lockdowns zehren an der Kraft und den Nerven von uns allen und an der Substanz vieler Unternehmen, vor allem im Einzelhandel.“

Dennoch seien die Zahlen so hoch, dass sie sofort wieder sprunghaft ansteigen würden, wenn „wir zu schnell zu viel gleichzeitig öffnen“. Genau so klar sei aber auch: „Wir müssen Perspektiven eröffnen und diese müssen selbsterklärend und einheitlich sein. Für mich hat Priorität, dass endlich unsere Kinder in den Grundschulen auch wieder Präsenzangebot in Form eines Wechselunterrichts bekommen. Dafür werde ich mich sehr einsetzen.“

RLP für Stufenplan

Zwar sei es für generelle Lockerungen noch zu früh, dennoch sei ein bundeseinheitlicher Stufenplan wichtig, um den Menschen eine Perspektive zu geben. „Nach wie vor liege kein einheitlicher Vorschlag auf dem Tisch. Wir haben in Rheinland-Pfalz einen eigenen Stufenplan entwickelt, der aufzeigt, in welchen Schritten behutsame Öffnungen möglich sind“, so Malu Dreyer.

Messgrößen für Öffnungen seien die Entwicklung des Sieben-Tage-Werts, Intensivbettenkapazitäten, perspektivische Impfquote und dynamisches Geschehen in Bezug auf Mutationen. Dreyer sagt: „Klar ist aber auch, wenn die Zahlen wieder steigen, müssen schnell und konsequent aber auch wieder schärfere Maßnahmen ergriffen werden.“

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