Wie geht es mit der Notunterbringung für Wohnungslose weiter?

Mainzer Hotels dürfen ab dem 18. Mai wieder öffnen. Für 30 Wohnungslose bedeutet das allerdings, dass sie ihre vorübergehende Unterkunft wieder verlassen müssen. Doch der Verein Armut und Gesundheit will für sie eine langfristige Alternative finden.

Wie geht es mit der Notunterbringung für Wohnungslose weiter?

30 Wohnunglose wurden in den vergangenen Wochen im Mainzer „INNdependence“-Hotel untergebracht (wir berichteten). Die Idee dazu geht auf eine gemeinsame Initiative des Landes und des Mainzer Arztes Prof. Dr. Gerhard Trabert vom Verein „Armut und Gesundheit“ zurück. Nun dürfen Hotels in Rheinland-Pfalz ab Montag, 18. Mai, wieder öffnen. Doch was passiert dann mit den Obdachlosen, die in den vergangenen Wochen im Hotel gewohnt haben?

Das Hotel wird vermutlich erst im Juni wieder öffnen. „Die Unterbringung im Hotel ‘INNdependence’ ist für die Bewohner natürlich keine langfristige Lösung. Wenn das Hotel wieder seinen regulären Betrieb aufnimmt, stehen diese Menschen erneut vor einer Wohnungs- oder gar Obdachlosigkeit“, heißt es in einer Presseerklärung des Vereins „Armut und Gesundheit“. Damit durch einen solchen Schock bei den Obdachlosen keine alten Wunden aufbrechen, will der Verein sie bei der Suche nach einer dauerhaften Bleibe unterstützen: „Zu diesem Zweck haben wir auf unserer Homepage eine Reihe von Kurzportraits von manchen der derzeitigen Gäste des Hotels zusammengestellt.“ Damit will der Verein für die Obdachlosen eine dauerhafte Wohnung finden.

Positives Feedback für die Aktion

Die Unterbringung im Hotel hat den Wohnungslosen gut getan: „Die Menschen fühlen sich bei uns im Hotel sehr wohl und wertgeschätzt, sie erholen sich auch in physischer und psychischer Hinsicht. Dieses Projekt hilft uns natürlich auch wirtschaftlich gesehen. Wir konnten Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen, für die Unterbringung der Wohnungslosen kommt die Stadt Mainz auf“, erklärt eine Sprecherin der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen (gpe). Bei der Aktion wurden der gpe vom „Verein Armut und Gesundheit“ unterstützt. Über das Feedback ist die gpe sehr dankbar. „Wir bekommen viel positive Rückmeldung für diese Aktion – zum Beispiel wollen viele nach der Corona-Krise bei uns buchen oder fragen, ob sie uns etwas spenden können.“ (rk)

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