Wen Zahnärzte jetzt noch behandeln

Auch wenn in der Corona-Krise gesellschaftliche Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, ist die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung weiterhin gewährleistet. Das gilt auch für die Behandlung beim Zahnarzt. Was man aber beachten sollte.

Wen Zahnärzte jetzt noch behandeln

Eine größere Anzahl von Menschen trifft man aktuell nur noch in Supermärkten oder Arztpraxen an. Letztere haben trotz der beschlossenen Kontaktsperre (wir berichteten) für Patienten geöffnet. Medizinisch notwendige Behandlungen werden weiterhin durchgeführt - Notfälle inklusive. Doch wie sieht es bei den Zahnärzten in Rheinland-Pfalz und speziell in Mainz aus, wird hier noch „normal“ weitergearbeitet oder gibt es bestimmte Auflagen?

Behandlungen erschwert

Wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KZVRLP) auf Anfrage mitteilt, sei man von Normalität in diesen Tagen weit entfernt. „Das liegt vor allem daran, dass die Materialien zum Schutz in den Praxen knapp werden oder bereits fehlen, insbesondere Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel“, so eine Sprecherin. Das erschwere selbst die Behandlung von symptomlosen Patienten. Weil eben die richtige Schutzausrüstung fehle, hätten viele Zahnarztpraxen vorübergehend auf die Notfallversorgung umgestellt – zum Schutz der Patienten und zum Schutz des Personals vor einer Corona-Infektion.

„Das heißt, es werden dort, wie nachts und an Wochenenden und Feiertagen, nur noch Patienten mit akuten Beschwerden behandelt“, so die KZVRLP-Sprecherin. Das sei erlaubt; diese Empfehlung habe auch die Landeszahnärztekammer ausgesprochen. „Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, sollten die üblichen Kontrolltermine und planbare Behandlungen im Moment vermieden und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.“ Im übrigen seien viele Patienten inzwischen so sensibilisiert, dass sie von sich aus Termine verlegen würden, so die Sprecherin. „Wichtig ist: Die Notfallversorgung der Patienten ist zu jeder Zeit gesichert.“

Behandlung von Corona-Patienten

Für die Zahnärzte gelten in der aktuellen Krise jedoch besondere Maßnahmen, um sich selbst nicht anzustecken, auch wenn das allgemeine Infektionsrisiko nicht gestiegen sei, sagt die KZVRLP-Sprecherin. „Das Infektionsrisiko in einer Zahnarztpraxis ist immer hoch – ganz unabhängig von Corona.“ Denn Zahnärzte arbeiteten mit Instrumenten, bei denen sich feine Nebel – Aerosole – bilden. Darüber könnten Viren übertragen werden, da die Tröpfchen nicht vollständig weggesaugt würden. Deshalb müssten Zahnärzte und das Praxispersonal stets Schutzmaßnahmen wie Handschuhe und Mundschutz nutzen.

Diese würden für die Behandlung von symptomlosen Patienten auch ausreichen, allerdings nicht für die Behandlung von hochansteckenden Covid-19-Patienten, so die Sprecherin. „Hierfür braucht es zum Beispiel spezielle Masken. Diese sind jedoch aufgrund von Lieferengpässen nicht in der ausreichenden Menge verfügbar.“ Ein gewisses Kontingent an Schutzausrüstung sollen die Zahnärzte nun über das Bundesbeschaffungsamt erhalten. Es soll vorrangig den Praxen zur Verfügung gestellt werden, die die Notfallbehandlung von Patienten übernehmen, die an Covid-19 erkrankt sind oder unter Quarantäne stehen. Zudem arbeite man unter Hochdruck an einer Lösung, um Schwerpunktpraxen landesweit einzurichten, so die Sprecherin.

AOK-Zahnklinik in Mainz inzwischen geschlossen

Mittlerweile hat jedoch eine Zahnarztpraxis in Mainz aufgrund der aktuellen Situation geschlossen. Es handelt sich um die Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis der AOK Mainz. Wie die Praxis auf ihrer Seite mitteilt, sei sie „bis auf weiteres für den regulären Betrieb geschlossen“. Bei der Schließung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Gefahr einer Übertragung des neuartigen Coronavirus zu minimieren, auch wenn keine akute Gefährdungssituation vorliegt und bislang die Praxis und die AOK-Geschäftsstelle betreffend keine Covid-19-Infektion bekannt sei. (pk)

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