Was machen Erzieher, wenn die Kindergärten geschlossen sind?

Home Office als Erzieher? Leere Schulen? Während der Corona-Krise sind viele öffentliche Einrichtungen geschlossen - so auch Kindergärten und Schulen. Doch wie arbeiten Erzieher und Lehrer eigentlich gerade?

Was machen Erzieher, wenn die Kindergärten geschlossen sind?

Seit einigen Tagen gilt deutschlandweit die Kontaktsperre. Doch schon seit dem 16. März sind Schulen und Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz geschlossen. Bis zu den Osterferien müssen nun auch Mainzer Kinder zuhause bleiben (wir berichteten). Merkurist-Leserin Susanne fragt sich deshalb, was die Erzieher machen, wenn die Tagesstätten gerade geschlossen sind.

Notfallbetreuung und Wechselschichten

Auch wenn Kindertagesstätten seit mehr als einer Woche geschlossen sind, arbeiten müssen die Erzieher der städtischen Kindertagesstätten trotzdem. Für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, wird eine Notbetreuung gewährleistet. „Für die Notbetreuung in den städtischen Kitas wurde ein Wechseldienst eingeführt. Dafür sind ausreichend Erzieherinnen und Erzieher zur Betreuung in den Einrichtungen“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Mainz. Die Erzieher wechseln sich mit ihren Kollegen in einem wöchentlichen Rhythmus ab.

Dieses Angebot der Notbetreuung werde von Eltern angenommen. Aktuell würden 177 Kinder in den städtischen Kindertagesstätten betreut werden (Stand: 25. März), so die Sprecherin. Für Einrichtungen, in denen keine Kinder für die Notbetreuung in Frage kommen, werde eine individuelle Absprache getroffen.

Wie sieht es bei den Lehrern aus?

Bei den Schulen sind es die Schulleitungen, die entscheiden, wie und wo die Lehrer ihre Dienstpflicht erbringen müssen. Dies würden die Schulen anhand der Situation vor Ort entscheiden, so eine Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). „Nach der Organisation der Aufgaben wie zum Beispiel der Notfallbetreuung und der Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Lernangeboten ergibt sich, in welchem Umfang eine Dienstverrichtung auch von zu Hause aus erfolgen kann bzw. Zusammenkünfte in der Schule in bestimmten Gruppen notwendig erscheinen.“ Daher sei die Anwesenheit des gesamten Kollegiums an der Schule gerade in der Regel nicht notwendig. Die pädagogische Begleitung der Schüler könne demnach auch vom Home Office erfolgen. Dennoch wurden auch hier Vorkehrungen zum Schutz der Lehrer getroffen. „Es gilt, dass Personen mit Vorerkrankungen oder Personen über 60 Jahre und Schwangere in Abstimmung mit der Schulleitung grundsätzlich Aufgaben von zu Hause aus übernehmen sollen“, so die Sprecherin.

Abgesehen von den üblichen Hygienevorgaben, gebe es klare Vorgaben wie die Notbetreuung organisatorisch umzusetzen sei: Es dürfen demnach maximal zehn Kinder im Raum sein, diese müssen Abstand halten. Es gibt versetzte Pausen, zudem wird regelmäßig gelüftet und täglich gereinigt und desinfiziert. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum Ende der Osterferien (17. April).

Aktuelle Informationen und Entwicklungen zu den Schließungen gibt es auf der Seite des Landes. (pk)

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