Trotz Erlaubnis: Mainzer Kino-Fans müssen sich noch gedulden

Eigentlich könnten die Kinos in Mainz ab dem 27. Mai wieder öffnen. Doch daraus wird erstmal nichts. Warum Film-Fans sich noch weiter gedulden müssen.

Trotz Erlaubnis: Mainzer Kino-Fans müssen sich noch gedulden

Kinofreunde werden die kommenden Tage mit Freude erwarten: Ab dem 27. Mai dürfen Kinos in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Zuletzt mussten sie wegen der Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus geschlossen bleiben. Bei der Wiedereröffnung müssen die Kinobetreiber jedoch strenge Auflagen beachten: Abstandsregeln müssen eingehalten und die Säle regelmäßig gelüftet werden. Außerdem sollen Ticketkontrollen kontaktlos ablaufen — und den Mund-Nasen-Schutz müssen Zuschauer auch während des Films tragen.

Eduard Zeiler betreibt in Mainz das „Capitol&Palatin Filmtheater“, doch bis er seine beiden Kinos im Bleichenviertel wieder öffnen kann, dauert es noch. „Voraussichtlich werden wir erst am 2. Juli öffnen“, erklärt Zeiler gegenüber Merkurist. Das Eröffnungsdatum gehe auf eine Empfehlung des Kinoverbandes „AG Kino“ zurück, die Häuser können somit bundesweit zu einem einheitlichen Zeitpunkt starten. Die Empfehlung gelte auch für die von der Krise betroffenen Filmverleiher. Bis dahin arbeiten Zeiler und sein Team an der Umsetzung des neuen Hygienekonzepts.

Kleine Säle, wenig Zuschauer

„Die Vorschriften wurden gut und transparent kommuniziert. Was uns Sorge bereitet, ist die vorgeschriebene Abstandsregel von eineinhalb Metern“, so Zeiler. Gerade im Palatin-Kino sind die Kinosäle klein und je kleiner ein Saal ist, desto weniger Publikum kann logischerwise in den Kinosaal gelassen werden. „Wie viele Menschen letzlich in den Saal können, hängt auch vom Publikum ab“, erklärt Zeiler. Wie viele Familien kommen? Wie viele Besucher kommen allein oder in Begleitung einer Person? Diese Fragen müssen Kinobetreiber wie Eduard Zeiler nun von Vorstellung zu Vorstellung neu bewerten.

Einer Berechnung des Kinoverbandes nach können derzeit nur etwa 25 bis 30 Prozent der üblichen Gäste in einen Kinosaal gelassen werden. Dazu müssen Kinos trotzdem viel Personal einplanen. „Die Besucher können bei uns ihren Platz zum Beispiel nicht wie üblich frei wählen, sondern bekommen von einem Anweiser Plätze zugeteilt.“ So soll die Abstandsregelung im Saal besser eingehalten werden. Doch können Kinobetreiber so noch überleben?

„Die Situation ist unter diesen Voraussetzungen schwierig“, gibt Zeiler zu. „Aber wir können unsere Kinos auch nicht bis zum Ende der Corona-Krise geschlossen lassen.“ Für das „Capitol&Palatin Filmtheater“ musste Zeiler eine Soforthilfe beantragen, die das Kino auch erhielt. Besonders dankbar ist Zeiler aber dem Kino-Publikum: „Wir haben eine Gutscheinaktion gestartet, die von den Menschen wunderbar angenommen wurde. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die bisher mitgemacht haben. Das war eine starke Motivation für uns!“

Auch Cinestar öffnet noch nicht

Auch das Mainzer Cinestar-Kino wird im Mai nicht mehr öffnen. Die Kino-Kette will Anfang Juni in Lübeck, Karlsruhe und Konstanz zunächst mit einer Testphase starten. Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock sagt auf Merkurist-Anfrage: „In dieser Testphase werden wir den Fokus auf eine reibungslose Umsetzung der Hygiene- und Abstandregelungen legen, um diese dann im Nachgang hoffentlich erfolgreich in unseren anderen Häusern — also auch in Mainz — auszurollen.“ Grundsätzlich habe man sich aber einen bundesweit einheitlichen Eröffnungstermin gewünscht, so Fock weiter. „Auch die unterschiedlichen Hygienestandards der Länder empfinden wir als bundesweiter Kinobetreiber als große Herausforderung.“

Übrigens: Kino-Fans müssen in Mainz nicht komplett auf Filme verzichten. Immerhin gibt es seit einigen Tagen mehrere Autokinos in Mainz (wir berichteten).

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