So gehen Mainzer Läden mit den Lockerungen um

Seit einiger Zeit dürfen Mainzer Läden wieder geöffnet haben. Doch wie kommen die neuen Hygiene-Bestimmungen bei den Kunden an und wie bewerten die Ladenbesitzer die aktuelle Situation?

So gehen Mainzer Läden mit den Lockerungen um

Am 20. April wurden erstmals die Regelungen für die Öffnung von Mainzer Läden gelockert. Seit Montag, 4. Mai, dürfen in Rheinland-Pfalz sogar wieder alle Geschäfte öffnen - ein erster Schritt zurück zur Normalität. Doch Ladenbesitzer und Kunden müssen sich dennoch an einige Vorschriften halten, was die Situation trotz der Freude über die Lockerungen etwas erschwert.

Nicht nur Freude über die Lockerungen

Das bemerkt auch Sophia Kern, Inhaberin von „floraldesign Sophia Kern“: „Die Menschen sind zwar zu Massen in der Stadt unterwegs, aber nicht unbedingt in Kauflaune. Deshalb konzentriere ich mich auch auf die Haupttage Freitag und Samstag und bleibe erstmal beim Lieferservice.“ Die Floristin hat ihren Laden noch nicht wieder voll geöffnet. „Freitags und samstags machen wir einen Außer-Haus-Verkauf. Das heißt, es darf bei uns weiterhin niemand ins Geschäft.“

Anders ist das bei Juwelier Martin Lepold. Kunden dürfen sein Geschäft in der Augustinerstraße wieder betreten. Doch er spürt die Auswirkungen von Corona immer noch deutlich: „Der Verkauf war geschlossen. Bestellungen konnten wir nur zur Abholung anbieten oder wir haben sie selbst ausgeliefert.“ Seit mehreren Tagen ist sein Juweliergeschäft nun wieder geöffnet, allerdings mit Einschränkungen. „Aktuell dürfen zwei Kunden gleichzeitig in den Laden. Wir hatten vorher schon Schutzmaßnahmen, die wir jetzt noch verstärkt haben“, erklärt Lepold. Er hat Desinfektionsmittel und Mundschutz besorgt, auf dem Boden wurden Abstandsmarkierungen angebracht.

Probleme trotz erster Lockerungen

Doch auch wenn der Betrieb im Juweliergeschäft von Martin Lepold wieder fast normal weiter laufen kann, einige Sachen bereiten den Ladenbesitzern dennoch Schwierigkeiten. Was gerade zum Problem wird, erklärt Sophia Kern: „Unser Hauptumsatz kommt aus den Hochzeiten und ich tue mich schwer, überhaupt Besprechungen zu führen. Über Skype kommen die Dinge einfach nicht so rüber, wie ich das gerne hätte und mit Mundschutz Emotionen rüber zu bringen finde ich auch eher schwierig. Weiterhin weiß man jetzt auch nicht, ob es Sinn macht überhaupt Aufträge anzunehmen, oder eher doch nicht“. Denn: Viele Mainzer Brautpaare verschieben wegen der schwierigen Lage gerade ihre Hochzeiten (wir berichteten). Doch auch wenn die Kunden sind sehr verständnisvoll seien und sie eine Welle des „Supports“ überrannt habe, mit der sie „so nicht gerechnet hätte“ - auch die lasse jetzt langsam nach.

Martin Lepold, der auch Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mainz ist, ist zwar mit dem Verhalten seiner Kunden zufrieden, einen negativen Punkt gebe es aber dennoch: „Wir informieren die Mitglieder des Vereins stetig über die Neuerungen. Die Schutzmaßnahmen haben wir aufgestockt und wir versorgen unsere Läden mit den nötigen Mitteln. Diese Kosten sind aber bei einem niedrigeren Umsatz auch schwierig.“ Er ist deshalb dankbar für die Aktion „Heimatschatz“: „Hiermit wollen wir die Kunden erreichen, die sonst in die Stadt kommen würden. Auch wenn das gerade nicht möglich ist, wollen wir für die Kunden da sein.“ (df)

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