Gibt es Einlasskontrollen in Mainzer Supermärkten?

Auch während der Covid-19-Pandemie brauchen die Menschen Lebensmittel. Doch wie begegnen die Supermärkte der aktuellen Situation? Gibt es spezielle Öffnungszeiten für Risikogruppen oder andere Kontrollen?

Gibt es Einlasskontrollen in Mainzer Supermärkten?

Die Corona-Krise stellt auch Supermärkte und Lebensmitteleinzelhändler vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sie ihre Mitarbeiter schützen müssen, auch ihre Kunden sollen weiterhin sorglos einkaufen können. Um Risikogruppen wie Senioren oder vorerkrankte Personen zu schützen, bieten manche Märkte in Deutschland spezielle Einkaufszeiten für diese Gruppen an.

Eine Sache, die auch der Mediziner Perikles Simon grundsätzlich befürwortet. Zwar seien die Risikogruppen in Deutschland von den Infektionen weitaus weniger betroffen als in anderen Ländern, doch es könne dennoch klug sein, ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen. Doch könnten sich diese dann nicht untereinander anstecken? „Es gibt zu wenige Daten dazu, wer vorzugsweise wen anstecken könnte“, sagt Simon. Weitaus entscheidender sei es, wie sich die Personen dann beim Einkauf im Supermarkt verhalten - das Zauberwort hier: Abstand.

Kaum Märkte mit Sonderöffnungszeiten

Bislang sehen die meisten Supermärkte in Mainz allerdings davon ab, spezielle Einkaufszeiten für Risikogruppen anzubieten. Lediglich die Tegut-Filiale am Katzenberg in Finthen hatte am vergangenen Sonntag zwei Stunden nur für Senioren geöffnet. Andere Unternehmen wollen hier bei Bedarf reagieren. So schreibt etwa Edeka auf Merkurist-Anfrage: „In diesen besonderen Zeiten setzten wir weiterhin auf das Verständnis unserer Kunden und bitten um Solidarität und Respekt, weshalb wir aktuell auch keine speziellen Öffnungszeiten für Senioren planen.“ Die Mehrzahl der Märkte werde aber von selbständigen Kaufleuten geführt, die selbst entscheiden können, ob sie spezielle Öffnungszeiten einführen.

Auch bei Aldi Süd heißt es: „Wir beobachten die Situation fortlaufend und behalten uns vor, auch kurzfristig entsprechend flexibel zu reagieren.“ Bei Rewe und Penny sind derzeit ebenfalls keine Sonderöffnungszeiten geplant, wie eine Sprecherin bestätigt. „In Anbetracht der stabilen Versorgungslage und der unverändert kundenfreundlichen Öffnungszeiten sehen wir derzeit keine Notwendigkeit für weiterführende Sonderzugangsregelungen.“

Einlasskontrollen und andere Maßnahmen

Die Unternehmen wollen ihre Kunden aber auch noch anderweitig schützen und sie vor allem dazu animieren, ausreichend Abstand zueinander zu halten. So hat das „Scheck-In Center“ in Weisenau bereits vor einigen Tagen Einlasskontrollen eingeführt. „Wir sind derzeit nicht der richtige Ort für Erlebnisausflüge mit der ganzen Familie. Klar verführt unser Center zum Bummeln, aber gerade jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür“, schreibt das Team auf seiner Facebook-Seite. Mittels Schildern und Markierungen auf dem Boden werden die Kunden zudem gebeten, einen Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten, so ein „Edeka“-Sprecher. Auch in anderen Supermärkten in Mainz gibt es solche Kontrollen und Hinweise bereits.

Bei „Tegut“ etwa seien alle Nebeneingänge zu den Märkten geschlossen worden. Der Zugang sei somit nur durch einen Eingang möglich, so ein Sprecher. „Um den Kundenfluss steuern zu können, werden Mitarbeiter unserer Märkte oder zusätzliche Sicherheitskräfte vor den Märkten stehen und die Situation bewerten und den Einlass steuern.“ Durch die Einlasskontrollen gebe man allen Kunden die Möglichkeit, den Mindestabstand einhalten zu können. „Im Kassenbereich sind Schilder aufgestellt worden, welche die Kunden darauf hinweisen, Abstand zueinander und zum Kassenpersonal zu halten.“ Bei Aldi Süd weise man per Klebestreifen auf dem Boden auf die Abstandsregelungen hin, so eine Unternehmenssprecherin. „Wir animieren unsere Kunden zudem, nach Möglichkeit verstärkt kontaktlos und mit Karte zu bezahlen.“ Auch bei Netto, Penny und Rewe gibt es diese Regelungen.

Bei Lidl werden Mitarbeiter in vielen Filialen von externen Sicherheitsdienstleistern unterstützt, die für einen geordneten Ablauf und ungestörten Einkauf sorgen sollen, so eine Sprecherin. „Zudem werden aktuell Bodenaufkleber als Abstandshalter in allen Filialen und verschiedene Plakate angebracht, auf denen wir unsere Kunden bitten, einen Abstand von zwei Metern zu halten, bargeldlos zu zahlen und Hygiene-Vorschriften einzuhalten.“

Viele Supermärkte haben außerdem in den vergangenen Tagen Plexiglasscheiben an den Kassen installiert und stellen ihren Mitarbeitern Einweghandschuhe zur Verfügung (wir berichteten). (pk)

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