Fahrschulen während Corona-Krise in „Schockstarre“

Wegen der Corona-Krise mussten viele kleine Betriebe vorerst schließen - auch Fahrschulen. Wie ergeht es den Inhabern und können sie mit finanziellen Hilfen rechnen?

Fahrschulen während Corona-Krise in „Schockstarre“

Seit dem 18. März stehen auch die Mainzer Fahrschulautos still. Der Grund: Wegen der Corona-Krise mussten die Fahrschulen ihren Betrieb einstellen. Seit mehr als einer Woche gilt wegen des Coronavirus in ganz Deutschland eine Kontaktsperre. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, mussten außerdem viele Unternehmen schließen, lediglich Supermärkte, Metzger, Bäcker oder auch Baumärkte dürfen geöffnet bleiben.

Keine Fahrstunden während der Corona-Krise

Für die Fahrschüler bedeutet das: keine Theoriestunden, keine Fahrstunden und keine Prüfungen mehr. „Alle leiden natürlich darunter“, so Ali Sirimsi, Betreiber der V.I.P. Fahrschule Mainz. „Es ist kein Einkommen mehr da“ - dem Fahrlehrer macht die Krise zu schaffen. Trotz allem muss er die Fixkosten bezahlen. Allein in seiner Fahrschule sind etwa 200 Fahrschüler betroffen; die müssten allerdings keine weiteren Kosten fürchten, so der Fahrlehrer. Ali Sirimsi glaubt bisher noch nicht an eine finanzielle Unterstützung für sein Unternehmen.

„Ich wusste am Anfang nicht, was ich machen soll“

Ähnlich geht es auch Hasan Karabulut, Betreiber der Fahrschule Platin in Mainz. Er befand sich am Anfang in einer „Schockstarre“ und wusste zuerst nicht, wie er mit der Situation umgehen soll. Eigentlich wollte er zum 1. April einen neuen Mitarbeiter einstellen. Auch Karabulut habe einige Fahrschüler, die sogar schon prüfungsreif seien. „Es könnte sein, dass bei manchen Schülern die Zeit abläuft“, so der Fahrlehrer. Er sei aber optimistisch, dass die Fahrschüler keine Befürchtungen haben müssten. „Ich hoffe, wir bekommen Hilfe“, so Karabulut, denn es seien auch die kleinen Betriebe und Fahrschulen, die nach der Krise wieder wichtig seien.

Unterstützung durch den „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“

Der Bund reagiert nun aber auf die Krise und will die Unternehmen unterstützen. Das Antragsverfahren für Soforthilfe aus dem Bundesprogramm ist am Montag, 30. März, gestartet. Aus dem „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“ kann beispielsweise ein Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten mit einer Soforthilfe von bis zu 19.000 Euro rechnen und bei 6 bis 10 Beschäftigten soll es 25.000 Euro Soforthilfe geben. Die genaue Höhe der Unterstützungsleistung ist demnach von der jeweiligen Mitarbeiterzahl abhängig. Anträge für die Soforthilfe können die Unternehmen bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) stellen und sich unter diesem Link informieren. Die Zuschüsse, Darlehen und Kredite sollen auch für Fahrschulen bereitstehen, wenn sie bis zu 10 Mitarbeiter und finanzielle Engpässe aufgrund der Corona-Krise haben, so Nicola Diehl, Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz.

Leasing-Raten der Autos und Mieten laufen weiter

Auch die Fahrschule Kneib musste ihre Fahrschulen bis auf Weiteres schließen und ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. „Das ist nicht so schön, wenn sieben Fahrlehrer zu Hause Däumchen drehen“, so Michael Kneib. Der Fahrlehrer sorgt sich um sein Unternehmen und hat schon einen Antrag auf Beihilfe vom Staat gestellt. „Es kommt ja nichts rein, das tut schon weh“, so Kneib, der weiterhin die Leasing-Raten der Autos und die Mieten der Büro- und Unterrichtsräume zahlen muss. Zudem hofft auch er auf Kulanz von behördlicher Seite und Fristverlängerungen für bevorstehende Prüfungen seiner Fahrschüler.

Die Fahrschulen sind vorerst noch bis zum 19. April geschlossen. Wann die ersten Fahrstunden wieder stattfinden können, ist noch unklar. (df)

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